UmdeinLeben

UmdeinLeben

Eine Filmkritik von Red.

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs

Sechs Frauen in Berlin, zwischen Alltag und Wahnsinn, Verzweiflung und Einsamkeit – so lässt sich der erste Film mit dem anspielungsreichen Titel UmdeinLeben der Dramatikerin Gesine Danckwart beschreiben.
In losen Szenen beschreibt der Film die Lebensumstände der Frauen: Eine von ihnen ist eine Bardame, eine andere Politikerin, die dritte eine dauertelefonierende Freiberuflerin, eine weitere arbeitet als Ringerin. Abgerundet wird das Ganze von einer Frau aus den besseren Kreisen Berlins und einer Arbeitslosen. Was die Frauen miteinander verbindet, ob sie auf irgendeine Weise miteinander zusammenhängen, löst der Film nicht auf. Wie er sich überhaupt einer erkennbaren Geschichte verweigert und stattdessen in Episoden, Bruchstücke, Fragmente, Mikrostories zerfällt, die im Taxi spielen oder in Kaufhäusern, in anonymen Hotels, in Labors, einer Klinik oder einer Passbildkabine. Immer sind diese Frauen unterwegs, hast- und atemlos auf der Suche nach dem kleinen Glück, nach dem Sinn in ihrem Leben, nach Zuneigung, einer Chance fürs Leben…

Man merkt dem Film UmdeinLeben in jeder Minute an, dass seine Regisseurin und Autorin Gesine Danchwart ihre Wurzeln im Schreiben und vor allem im Theater hat. Hier wird deklamiert und monologisiert, was das Zeug hält. Und schnell wird auch dem letzten Zuschauer klar, dass es sich bei den sechs Frauengestalten um Figuren handelt, die ihre Theaterhaftigkeit und Künstlichkeit wie eine Fahne vor sich hertragen. Was zur Folge hat, dass man sich in diesen Frauen wenig bis gar nicht wiedererkennen kann und sich bald schon Überdruss ob der Handlungsarmut des Geschehens und der Wortfluten breitmacht. Die Logorrhoe des Plapperns und Plauderns, des Faselns und Stammelns, sie ist etwas, das wir alle aus dem Alltag kennen – doch in ihrer verdichteten Form hält man die schwallartigen Plappereien der sechs Hysterikerinnen kaum aus.

Auch wenn UmdeinLeben unschwer als Experiment zu erkennen ist, als Versuch, neue und mutige Ansätze zu wagen und Geschichten abseits der üblichen Formeln zu erzählen: Bewegen oder gar begeistern kann dieser Film nicht.

UmdeinLeben

Sechs Frauen in Berlin, zwischen Alltag und Wahnsinn, Verzweiflung und Einsamkeit – so lässt sich der erste Film mit dem anspielungsreichen Titel UmdeinLeben der Dramatikerin Gesine Danckwart beschreiben.
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