UHF - Sender mit beschränkter Hoffnung (2-Disc Limited Collector's Edition) (Blu-ray)

UHF - Sender mit beschränkter Hoffnung (2-Disc Limited Collector's Edition) (Blu-ray)

Eine Filmkritik von Martin Beck

Fliegende Pudel

Weird Al Yankovic ist seit Jahrzehnten auf der Gewinnerstraße, allerdings vorwiegend in Amerika, wo seine grellen Parodien und sein wahlweise tölpelhafter oder bewusst verpeilter Humor ein treues Publikum finden. So ein bisschen bekannt bei uns wurden seine Song-Parodien, wie zum Beispiel „Like a Surgeon“ oder „Eat it“, alles weitere verschlingt die amerikanische Sprache und Yankovics Drang zu eher schlichter Belustigung, eingebettet in stark amerikanisch geprägte Populärkultur. Vieles, was der Mann macht, kommt bei uns einfach nicht ganz an. Dass seine Ziele manchmal schon überdreht genug sind und eine weitere Überhöhung sich schnell wie quietschende Kreide anfühlt, macht die Sache nicht einfacher. Weird Al Yakovic muss man sich erarbeiten, was auch für seinen ersten und einzigen Spielfilm gilt, UHF – Sender mit beschränkter Hoffnung. Ähnlich wie bei Kentucky Fried Movie oder Amazonen auf dem Mond geht es auch hier um irrsinnige Auswüchse des amerikanischen Fernsehens. George Newman (Weird Al Yankovic) wird unverhofft zum Manager des erfolglosen Senders UHF, der dann aber plötzlich, als der leicht derangierte Hausmeister Stanley Spadowski (Michael Richards) auf Sendung gelassen wird, große Erfolge feiern kann. Pudel fliegen aus einem Hochhaus, Fische drehen sich am Glücksrad und ein Feuerwehrschlauch zielt auf kleine Kinder. Pures Chaos ohne Geschmacksgrenzen. Kein Wunder, dass R.J. Fletcher (Kevin McCarthy), ein rivalisierender TV-Boss, UHF allzu gerne platt machen möchte.
In seinen besten Momenten trumpft UHF – Sender mit beschränkter Hoffnung mit losgelöstem Gaga-Humor auf, der nicht nur das amerikanische Fernsehgeschäft auf die Schippe nimmt, sondern auch eine Art DIY-Blaupause für wildere YouTube-Kanäle darstellt. Erfolg durch Schwachsinn, ein nach wie vor bewährtes Konzept, das dann noch weiteres Futter durch zusammengeträumte Filmparodien erhält. ‚Gandhi 2‘, ‚Conan der Bibliothekar‘, Weird Al als Rambo und Indiana Jones – alles mindestens amüsant, wenngleich ohne richtige Bindung zur Handlung. Was aber nicht wirklich schlimm ist. Denn die äußerst schlichte Dramaturgie des Films, die im Grunde einfach nur naive Underdogs gegen einen fiesen Konzern stellt, ist keinesfalls mehr als ein klappriger Leitfaden für allerlei Gags.

Eine ‚hit or miss‚-Angelegenheit, wie es so schön heißt, die getränkt ist in Achtziger-Jahre-Zeitgeist und zumindest damals kein allzu großer Erfolg war. Die Humor-Latte liegt einfach relativ niedrig, Regisseur Jay Levey rumpelt genauso wie das rumpelige Drehbuch und Weird Al Jankovic verlässt sich überraschend oft auf seine trottelige Prolo-Visage, die dann ohne Vorwarnung zu zucken und zu quieken anfängt. Muss man mögen, ansonsten Beule. Was hier hilft, sind eine gesunde Liebe für die achtziger Jahre, Alkohol und ein Faible für Seinfeld – denn Michael Richards alias Stanley Spadowski ist natürlich Kramer, bereits hier ausgestattet mit den seltsamen bis liebeswerten Ticks, die ihn nur ein Jahr später unsterblich machen sollten.

UHF – Sender mit beschränkter Hoffnung ist sowohl Kult als auch schludrig, sowohl Anarchie als auch schlicht bis zum Augenrollen. Dass der Film bei uns nie im Kino lief, verwundert eigentlich kaum, dass er erst jetzt in ansprechender Qualität erscheint, dafür schon. Capelight hat ihm ein schickes Mediabook spendiert, das abseits der Verpackung und des Booklets nahezu identisch mit der amerikanischen Blu-ray erscheint. Sprich: sehr gutes Bild, mindestens guter Ton und eine ganze Reihe Extras, bei denen vor allem der herrliche Audiokommentar und ein 50-minütiges Comic-Con-Panel besonders herausstechen. Es ist schon bemerkenswert, dass selbst -ähem- durchwachsene Filme bei diesem Label auf eine vorbildliche Veröffentlichung setzen dürfen.

UHF - Sender mit beschränkter Hoffnung (2-Disc Limited Collector's Edition) (Blu-ray)

Weird Al Yankovic ist seit Jahrzehnten auf der Gewinnerstraße, allerdings vorwiegend in Amerika, wo seine grellen Parodien und sein wahlweise tölpelhafter oder bewusst verpeilter Humor ein treues Publikum finden. So ein bisschen bekannt bei uns wurden seine Song-Parodien, wie zum Beispiel „Like a Surgeon“ oder „Eat it“, alles weitere verschlingt die amerikanische Sprache und Yankovics Drang zu eher schlichter Belustigung, eingebettet in stark amerikanisch geprägte Populärkultur. Vieles, was der Mann macht, kommt bei uns einfach nicht ganz an.
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