Twice Born - Was vom Leben übrig bleibt

Twice Born - Was vom Leben übrig bleibt

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Liebe in Zeiten des Krieges

Gemma (Penelope Cruz) reist mit ihrem Sohn nach Sarajevo, wo sie einen alten Freund wiedertreffen will. Doch die Rückkehr in diese Stadt bringt längst überwunden geglaubte Erinnerungen zum Vorschein. Sie erinnert sich wieder an ihre Zeit mit Diego (Emile Hirsch), den sie einst so leidenschaftlich geliebt hat, dem sie aber keine Kinder schenken konnte. An die Jahre vor dem Krieg, aber auch den Krieg – und daran, wie ihr Traum, Kinder zu bekommen, zerbrach.
Leicht anzusehen ist Twice Born nicht, dafür sorgt schon die narrative Struktur der drei Zeitebenen: Die Gegenwart, das Sarajevo kurz vor den Olympischen Spielen und die Zeit des Balkankriegs. Der Wechsel der Erzählebenen ist nicht immer leicht, funktioniert aber auch, weil die Make-up-Abteilung exzellente Arbeit geleistet hat. Es sind subtile Veränderungen im Gesicht von Penelope Cruz, die die 20 Jahre Zeitunterschied durchaus greifbar machen.

Der Film hält die rechte Balance zwischen Liebesgeschichte, Kriegsgeschichte und – in geringerem Maße – eine Geschichte vom Erwachsenwerden eines Jungen. Twice Born ist keine leichte Kost, aber das gilt auch für den Roman von Margaret Mazzantini. In einem Moment des Films heißt es, die besten Geschichten sind manchmal jene, die etwas eigenartig sind. Das trifft auch auf diesen Film zu, der seine Tonalität schlagartig ändert, der anfangs zwar wie eine durchaus tragische Romanze anmutet, aber dann den Liebenden Hürden in den Weg stellt, wie sie größer kaum sein könnten. Als der Krieg einzieht, nimmt die Düsternis, die zuvor schon spürbar war, ihren Lauf. Man weiß aufgrund der gegenwärtigen Handlungsebene, dass ein klassisches Happy End nicht gegeben ist. Und doch schafft es der Film vor allem in den letzten 20 Minuten, den Zuschauer voll und ganz zu überraschen.

Sergio Castellitto hat einen schmerzhaft schönen Film erschaffen, dessen Bilder man nicht so schnell vergisst, ebenso wenig wie die unaufdringliche, aber unendlich traurige Musik von Eduardo Cruz, seines Zeichens der jüngere Bruder von Penelope. Twice Born mag anfangs ein wenig langsam sein – hier hätte der Film durchaus etwas Straffung vertragen –, aber spätestens zur Mitte hat Castellitto den Zuschauer voll und ganz im Griff. Der Schmerz der Hauptfigur wird nicht nur greifbar, man teilt ihn mit ihr, aber auch das macht die Schönheit dieses stillen, unaufdringlichen, aber darum umso stärker nachwirkenden Films aus.

Twice Born - Was vom Leben übrig bleibt

Gemma (Penelope Cruz) reist mit ihrem Sohn nach Sarajevo, wo sie einen alten Freund wiedertreffen will. Doch die Rückkehr in diese Stadt bringt längst überwunden geglaubte Erinnerungen zum Vorschein. Sie erinnert sich wieder an ihre Zeit mit Diego (Emile Hirsch), den sie einst so leidenschaftlich geliebt hat, dem sie aber keine Kinder schenken konnte. An die Jahre vor dem Krieg, aber auch den Krieg – und daran, wie ihr Traum, Kinder zu bekommen, zerbrach.
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