Tropical Malady

Tropical Malady

Das Auge des Tigers

Dass Tropical Malady ein Film mit ganz eigenen Qualitäten ist, der sich wenig um narrative Konventionen schert, merkt man allerspätestens nach der Hälfte des Films: Zu diesem Zeitpunkt bleibt die Leinwand einfach schwarz, eine quälend und irritierend lange Minute, ein Schnitt, eine jähe Zäsur, die den Beginn von etwas ganz Neuem ankündigt. Auf diese Weise wird die Geschichte von Keng und Tong unterbrochen und wechselt auf eine andere Ebene. Keng ist ein Soldat aus der Stadt und verliebt sich in Tong, einen einfachen Mann vom Land. Langsam, zärtlich und behutsam beginnt die Annäherung der beiden aneinander, sie verbringen unbeschwerte Tage in dem Dorf, aus dem Tong stammt oder ziehen durch die Bars und Kinos der Stadt. Doch plötzlich ist Tong verschwunden, und Keng macht sich auf die Suche nach ihm.

Im Laufe seiner Suche wird Keng von einer seltsamen Faszination für den ihn umgebenden Dschungel ergriffen. Er heftet sich an die Spur eines geheimnisvollen Geistwesens in Gestalt eines Tigers, der die Landbevölkerung in Atem hält und nachts die Kühe der Bauern reißt. Je tiefer Keng in den Dschungel eindringt, umso mehr spürt er, dass er hier alleine seine Erfüllung finden kann, dass er auf einer Reise zu sich selbst ist. Wohin sie ihn führen wird, das weiß Keng erst, als er dem Tiger Auge in Auge gegenüber steht…

Apichatpong Weerasethakul gilt als eines der größten Talente des thailändischen Films. Bereits sein zweiter Film Blissfully Yours erstaunte und überraschte das Publikum bei den Filmfestspielen 2002 in Cannes mit Einfällen und Regelverstößen, die die Zuschauer in begeisterte Fans und erbitterte Gegner des Werks teilte. Tropical Malady wird das Publikum mit Sicherheit in ähnlicher Weise polarisieren. Lange, beinahe unbewegte Einstellungen, eine quasi-magische, animistische Sicht der Gegenstände, die jeden Baum und jeden Strauch mit Bedeutung auflädt, das alles ist nicht jedermanns Sache. Hinzu kommt eine traumhafte, surrealistische und ganz und gar unlogische Welt, die vielleicht nur ein Traum ist, oder ein Alptraum oder eine tropische Phantasie, wie der Titel es andeutet. Doch wer sich darauf einlassen kann, der wird in Tropical Malady entdecken, dass der Zauber der Dinge und die Magie überall liegen kann, auch im Auge eines Tigers.

Tropical Malady

Dass Tropical Malady ein Film mit ganz eigenen Qualitäten ist, der sich wenig um narrative Konventionen schert, merkt man allerspätestens nach der Hälfte des Films.

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Meinungen
Barbara Berger · 05.11.2005

Ein wunderbarer Film. Eine, bisweilen eher surreal oder märchenhaft erscheinede Geschichte wird im besten Sinne "erzählt". Wärend der man meist erstaunt oder auch gebannt dasitzt, beeindruckt von den fremd-vertrauten Menschendie sich so trauen einfach nur sie selber zu sein, später dann eingehüllt von den schier greifbaren Geräuschen und der Atmosphäre des Urwalds.

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