Triumphbogen

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Eine Filmkritik von Mike Swain

Rache oder Liebe?

Den amerikanischen Regisseur Lewis Milestone als einen Spezialisten für Verfilmungen der Romane von Erich Maria Remarque zu bezeichnen, wäre wohl etwas zu vermessen. Doch immerhin stehen für Milestone zwei Remarque-Verfilmungen zu Buche. Bereits 1930 erhielt er zwei Oscars für seine Leinwandadaption von Remarques literarischem Meisterwerk Im Westen nicht Neues. Dieser Erfolg war sicher auch mit ein Grund, warum Milestone sich im Jahre 1948 Remarques kurz nach dem 2. Weltkrieg erschienenem Roman Arc de Triomphe annahm. Mit einer Starbesetzung, bestehend aus Ingrid Bergman, Charles Boyer und Charles Laughton machte sich Milestone daran, Remarques Vorlage für die Leinwand umzusetzen.
Paris im Jahre 1938: Schon ziehen die ersten dunklen Wolken der Bedrohung in der französischen Hauptstadt auf, die bereits jetzt Zufluchtsort für tausende Exilanten aus aller Herren Länder geworden ist. Einer aus diesem Heer der Namen- und Heimatlosen ist der deutsche Arzt Ravic (Charles Boyer), dem die Flucht aus der Haft der Gestapo gelungen ist. Doch auch in Frankreich ist Ravic kein gern gesehener Gast, ohne gültige Papiere und Aufenthaltsgenehmigung ist er ständig von der Deportation bedroht. Die meiste Zeit verbringt Ravic in einer schmierigen Absteige, in der er untergekommen ist, trinkt und sinnt auf Rache. Denn nicht nur er wurde von der Gestapo misshandelt, seine Frau Sybil starb an den Folterungen. Als Ravic eines Abends seinen ehemaligen Peiniger Haake (Charles Laughton) per Zufall auf dem Champs-Elysée sieht, beginnt er den Mord an dem Folterknecht vorzubereiten.

Mord ist jedoch nicht das Einzige, das Ravic beschäftigt. Zufällig lernt er die Schauspielerin Joan Madou (Ingrid Bergman) kennen. Obwohl er sich nicht von seinem eingeschlagenen Kurs abbringen lassen will, verliebt er sich in Joan. Gemeinsam blendet das Paar die triste Gegenwart aus und schafft die Illusion einer intakten Welt, sei es durch Alkoholkonsum oder Eskapaden an die Cote d’Azur. Doch in einer Zeit, in der Europa auf dem Vulkan tanzt und die einzige Konstante die Unsicherheit ist, steht ihre Liebe von Anfang an unter einem schlechten Stern.

Lewis Milestone gelang mit Arc de Triomphe ein großartiges Melodram, das vor bedrohlicher Atmosphäre und Pariser Lokalkolorit nur so strotzt. Das Hauptdarstellertrio Boyer, Bergman und Laughton läuft zu Höchstform auf. Insbesondere Charles Laughton brilliert als finsterer Gestapo-Scherge, während Ingrid Bergman der wankelmütigen und verletzlichen Joan ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt. Erstmals ist der Film in Deutschland in seiner vollständigen Originalfassung zu sehen, wobei der einzige Wermutstropfen die teils mittelmäßige Bildqualität ist. Quasi zum Ausgleich gibt es auf einer separaten DVD die Dokumentation Ingrid aus dem Jahr 1984, die sich dem Leben der Hauptdarstellerin und Leinwandikone Ingrid Bergman widmet.

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Den amerikanischen Regisseur Lewis Milestone als einen Spezialisten für Verfilmungen der Romane von Erich Maria Remarque zu bezeichnen, wäre wohl etwas zu vermessen.
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Meinungen
Pavlik Pavel · 11.10.2017

Sehr gut

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