Trashed - Weggeworfen

Trashed - Weggeworfen

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Es geht uns alle an

Müll ist das Problem der anderen. So könnte man denken, aber in einer globalisierten Welt mit mehr als sieben Milliarden Menschen ist Müll längst zu einem universellen Problem geworden, das selbst dort Konsequenzen mit sich bringt, wo kein Mensch lebt. Und dort, wo wir leben, vergiften wir uns langsam selbst.
Der wohlmeinende Dokumentarfilm reist um die Welt, mit Jeremy Irons als Galionsfigur. Durch seine Augen soll der Zuschauer erkennen, was hier geschieht. Ihm sollen wiederum die Augen geöffnet werden, wie der Müll weltumspannend für immer größere Probleme sorgt und ein Ende nicht in Sicht ist. In manchen Gegenden ist die Dioxinbelastung so hoch, dass sie im Körper des Menschen nicht nur nachweisbar ist, sondern schon Werte angenommen hat, wo Folgeschäden bei den kommenden Generationen zu erwarten sind. Der männliche Körper baut Dioxin nicht ab, der weibliche schon – er gibt ihn an den Fötus weiter, wenn er schwanger ist.

Im Grunde ist das bereits altbekanntes Wissen, aber ebenso wie der Zuschauer sich dem nicht stellen will, wollen es erst recht nicht jene, die mit der Müllproduktion gutes Geld verdienen. Bei seiner Reise durch die Länder dieser Welt stößt Irons auf die geballte Macht der Ignoranz, der Inkompetenz, der Gier und der Korruption.

Man kann Trashed – Weggeworfen vieles vorwerfen, nicht jedoch, dass er nicht eine hehre Absicht hätte. Mit der Repetition immer gleicher Aussagen wirkt der Film zwar bisweilen ermüdend, unterstreicht damit aber zumindest, dass das Problem weltumfassend gleich ist. Wenn man sich ansieht, welche Müllmengen mittlerweile im Meer treiben, wie die maritime Tierwelt langsam davon vergiftet wird und sich in Walleichen allerhand Unrat wie Plastiktüten und Golfbälle findet, dann wird einem klar, dass es dort beginnt, aber längst nicht endet. Die Wegwerfgesellschaft vernichtet ihre eigene Lebensgrundlage.

Der Film ergeht sich dabei nicht in Populismus oder verfällt in undifferenzierte Moralpredigten, sondern dokumentiert auch, dass – zumindest in Teilen – ein Wandel spürbar ist, da Städte und Länder begonnen haben, stärker zu recyclen, was nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen ökonomischen Effekt hat, ergibt sich daraus doch eine neue Branche mit neuen Arbeitsplätzen.

Trashed – Weggeworfen ist eine relativ trockene Dokumentation ohne nennenswerten künstlerischen Ansatz, aber mit wichtiger Botschaft. Ein sehenswerter Film, der nicht nur informiert, sondern auch mahnt, dass sich etwas ändern muss – bevor es für uns alle zu spät ist.

Trashed - Weggeworfen

Müll ist das Problem der anderen. So könnte man denken, aber in einer globalisierten Welt mit mehr als sieben Milliarden Menschen ist Müll längst zu einem universellen Problem geworden, das selbst dort Konsequenzen mit sich bringt, wo kein Mensch lebt. Und dort, wo wir leben, vergiften wir uns langsam selbst.
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