Top Hat

Top Hat

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ginger & Fred in Höchstform

Es ist eine nächtliche Ruhestörung, die zur zunächst recht unerquicklichen Bekanntschaft der aparten jungen Dale Tremont (Ginger Rogers) mit dem ausgelassenen Tänzer Jerry Travers (Fred Astaire) führt: In einem Londoner Hotel steppt der US-amerikanische Show-Star zu später Stunde seine Lebensfreude aus, wodurch sich die schläfrige Dale, die im Zimmer unter ihm gastiert, ganz empfindlich gestört fühlt und sich sogleich energisch bei Jerry persönlich beschwert. Angesichts der wütenden Schönheit in luftigem Gewand lässt der windige Tänzer von nun an all seinen flapsigen Charme spielen, um die lange widerständige Dale, die ihn später auch noch irrtümlich für den Ehemann ihrer Freundin Madge Hardwick (Helen Broderick) hält, zu erobern. Doch es wird noch eine gute, turbulente Weile voller Missverständnisse und tanzfreudiger Annäherungen brauchen, bis das ungetrübte Liebesglück über die beiden hereinbricht …
Das glamouröse, dynamische und unvergessliche Leinwand-Paar Ginger Rogers und Fred Astaire befand sich zur Zeit der Enstehung der Musical-Komödie Top Hat von 1935 – auch unter dem deutschen Titel Ich tanz’ mich in dein Herz hinein bekannt – auf dem Weg zum Höhepunkt seiner erfolgreichen gemeinsamen Karriere, bis beide Ende der 1930er Jahre eigene Wege gingen und erst 1949 in Die Tänzer vom Broadway / The Barkleys of Broadway letztmalig zusammen einen Film drehten, und zwar das erste Mal in Farbe.

Seinerzeit in vier Kategorien – darunter für Cheek to Cheek als Besten Original-Song von Irving Berlin – für den Oscar nominiert wurde Top Hat 1990 in das National Film Registry der USA aufgenommen und zeichnet sich zuvorderst durch seine glanzvolle Ausstattung und seine stimmig aus der Dramaturgie entstehenden tänzerischen Choreographien aus. Den inszenatorischen Qualitäten von Regisseur Mark Sandrich, der insgesamt fünf Filme mit dem Dance-Duo realisiert hat, stehen auch die funkelnden Blicke der Hauptdarsteller sowie ihre vor frechem Wortwitz sprühenden Dialoge nicht nach, deren rebellische Romantik ein Abgleiten in allzu blumige Gefilde geschickt verhindert. Das sind Ginger & Fred in Höchstform, wie ihre Fans sie ungebrochen verehren, mit amüsanter Unterhaltung und sorglosem Vergnügen in moralisch schicklichen Grenzen. Doch im Grunde präsentiert die DVD der Zweitausendeins Edition zwei Filme der legendären Tanz-Stars, denn unter den Extras ist der Spielfilm Flying Down to Rio von Thornton Freeland in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu finden, der das gemeinsame Kino-Debüt der beiden darstellt und im Dezember 1933 in New York City uraufgeführt wurde.

Top Hat

Es ist eine nächtliche Ruhestörung, die zur zunächst recht unerquicklichen Bekanntschaft der aparten jungen Dale Tremont (Ginger Rogers) mit dem ausgelassenen Tänzer Jerry Travers (Fred Astaire) führt: In einem Londoner Hotel steppt der US-amerikanische Show-Star zu später Stunde seine Lebensfreude aus, wodurch sich die schläfrige Dale, die im Zimmer unter ihm gastiert, ganz empfindlich gestört fühlt und sich sogleich energisch bei Jerry persönlich beschwert.
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