Time Runners

Time Runners

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Zeit ist relativ

Der Film ist wie ein Puzzle, das man zusammensetzen muss, wie Stückwerk verschiedener Geschichten mit unterschiedlichen Figuren, das nicht linear erzählt ist. Es sind Bruchstücke, die man sieht, Sprünge in Vergangenheit und Zukunft, die wie die Haut einer Zwiebel immer wieder neue Schichten offenbaren. Etwa, wenn man die Vergangenheit sieht, in der Menschen für ein Theaterstück proben, das mehr als 100 Jahre zuvor spielt. Zugleich gibt es den Ausblick auf die Zukunft – und alles dazwischen.
Die FBI-Agentin Sally besitzt die Fähigkeit, in der Zeit zu springen. Oder besser gesagt: Sie kann die Zeit beugen und damit Ereignisse noch mal erleben, dann aber variieren. Sie untersucht paranormale Vorkommnisse, die sie sich nicht erklären kann. Ihr Ehemann verschwindet, Fremde aus der Zukunft tauchen auf. Sie sind hinter ihr her, der Geist ihres Ehemanns erscheint und Sally findet sich auf einem futuristischen Schlachtfeld wieder, nichts ahnend, dass Zeit und Raum aus dem Ruder geraten.

Die Idee hinter Time Runners ist faszinierend, die Umsetzung wird nicht jedermann gefallen. Im Grunde erwartet man ein ganz großes Budget, mit dem diese Independent-Produktion nicht aufwarten kann. Damit einher gehen natürlich Schwächen. Die Schauspieler agieren mehrheitlich auf Laien-Niveau und die Inszenierung könnte etwas flüssiger und selbstbewusster sein. Dem gegenüber steht die ambitionierte Geschichte, die es dem Zuschauer aber nicht leicht macht. Konstante Zeitsprünge und Perspektivwechsel sorgen bisweilen für Verwirrung, es ist fast, als würde man einen Film sehen, dem essenzielle Teile fehlen. Oder aber einen Film, der weit länger ist und den man recht radikal zusammengestutzt hat. Das ist eine ungewöhnliche Präsentation, hat aber ein gewisses Flair – zumindest dann, wenn man ein Interesse für zerebrale Science Fiction besitzt.

Das größte Problem des Films ist, dass er nie zum homogenen Ganzen wird. Viele Elemente wirken einander nicht zugehörig. Damit ergibt sich ein desorientierender Effekt, der den Zuschauer in die Fußstapfen der Hauptfigur wirft. Die Geschichte hätte besser ausgearbeitet werden können. Gleiches gilt für die Figuren. Aber alles in allem muss man konstatieren, dass dies der ehrgeizige Versuch ist, mit ganz kleinem Geld einen Science-Fiction-Film mit den ganz großen Ideen zu erschaffen. Das ist nicht auf ganzer Linie gelungen, aber dennoch ein faszinierendes Konstrukt, das zwar weder besonders gut, noch besonders schlecht, aber sehenswert ist.

Time Runners

Der Film ist wie ein Puzzle, das man zusammensetzen muss, wie Stückwerk verschiedener Geschichten mit unterschiedlichen Figuren, das nicht linear erzählt ist. Es sind Bruchstücke, die man sieht, Sprünge in Vergangenheit und Zukunft, die wie die Haut einer Zwiebel immer wieder neue Schichten offenbaren.
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