Timber Falls

Timber Falls

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Rednecks und Bärenfallen

Der Slasher-Film ist nicht tot zu kriegen und wenn das Ergebnis etwas öfter so aussehen würde, wie bei Timber Falls, ist das auch gar nicht nötig. Regisseur und Co-Autor Tony Giglio befolgt zwar auch nur die Regeln des Spiels, doch schafft er mit seinen Ausstattern und Kameramann Toby Moore (Cruel Summer) eine beachtliche Atmosphäre der Bedrohung. Hinzu kommen ein schickes Cover, harte Splatter-Einlagen und spielfreudige Darsteller. Das Stirb langsam 4.0-Produzent Arnold Rifkin und The Punisher-Produzent Christopher Eberts mehr als 3 Euro Fünfzig als Budget zur Verfügung hatten, sieht man dem Film auch in jeder Minute an.
Großstadtpärchen Mike (Seriendarsteller Josh Randall, Scrubs, Men in Trees) und Sheryl (Brianna Brown, CSI: NY, Night of the Living Dead 3D) wollen ein Wanderwochenende in West Virginia machen. Kein Mensch weit und breit, die tolle Natur, Idylle – da kommt man als Großstädter schnell zur Sache. Und gerade, als es auf dem Moosboden heiß her geht, tauchen drei notgeile Redneck-Burschen auf. Mike, darum bemüht die Jungs samt ihrer Flinten ruhig zu halten, versucht die Lage zu entspannen und schafft es tatsächlich, nach einem Wegzoll von 50 Dollar, freien Abzug für sich und seine Liebste zu erhalten. Noch nicht genug Abenteuer gehabt, schlagen Mike und Sheryl ihr Lager in der Nähe eines verträumten Sees auf. Doch am nächsten Morgen ist Sheryl verschwunden. Mike läuft bei seiner Suche wieder den Rednecks über den Weg, schlägt auch einen der Jungs nieder. Doch auf seiner weiteren Suche läuft Mike in eine Bärenfalle. Nur der Einheimischen Ida (Beth Broderick, Lost, Herz über Kopf) ist es zu verdanken, das Mike sein Bein nicht verliert. Doch schon bald merkt der Verletzte, dass mit der Frau etwas ganz und gar nicht stimmt. Und mit daran Schuld ist deren entstellter Sohn Deacon (Sascha Rosemann)…

Slasher und Redneck-Horror, das gehört einfach zusammen. Beim Sterben ist jeder der Erste, Wrong Turn, Die letzten Amerikaner sind nur drei Beispiele dieses Subgenres. Timber Falls macht buchstäblich keine Gefangenen und geht in manchen Szenen äußerst hart zur Sache. Da werden Finger abgeschnitten und Körper durchbohrt, das es nur so spritzt. Regisseur Tony Giglio und sein Mitautor Daniel Kay setzen die offensive Gewalt jedoch gezielt ein und ziehen unaufhaltsam an der Spannungsschraube, lassen die durchweg sympathischen Hauptdarsteller plausibel agieren und um ihr Leben kämpfen. Einziger Schwachpunkt bleibt der entstellte Deacon, der mit seinem übertriebenen Freako-Make up und dem leidlich originellen Kostüm eher wie ein Fremdkörper wirkt. Auch wirkt das ‚Hallo Fortsetzung‘-Ende reichlich albern. Da gäbe es andere Wege, um einen etwaigen zweiten Teil zu promoten.

Guter Bild und Ton, ein Interview sowie ein nettes Making of runden einen sehr unterhaltsamen Männerabend ab.

Timber Falls

Der Slasher-Film ist nicht tot zu kriegen und wenn das Ergebnis etwas öfter so aussehen würde, wie bei Timber Falls, ist das auch gar nicht nötig
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