Theo gegen den Rest der Welt

Theo gegen den Rest der Welt

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Dieses rasante Roadmovie, das seinerzeit einige Schwierigkeiten hatte, überhaupt einen Verleih zu finden, entpuppte sich als Renner an den Kinokassen und wurde als erfolgreichster Film des Jahres 1980 mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet. Regisseur Peter F. Bringmann, der bereits 1976 den Vorläufer der Geschichte Aufforderung zum Tanz mit den beiden Halbhalunken Theo (Marius Müller-Westernhagen) und Enno (Guido Gagliardi) inszenierte, hat mit Theo gegen den Rest der Welt, der zunächst gar nicht direkt als Nachfolger geplant war, mit denselben Anti-Helden einen Überraschungskracher der frühen achtziger Jahre gedreht, der für die Generation, die in dieser Zeit aufwuchs, allein aus nostalgischen Gründen auch heute noch sehenswert ist.
Gerade hat sich der windige Theo Gromberg, seines Zeichens LKW Fahrer aus Herne und ein Ruhrpottmann mit Leib und Seele, mit seinem alten Kumpel Enno und einem ordentlichen Sattelschlepper selbstständig gemacht, da wird ihm der Volvo an der Autobahnraststätte Stuckenbusch prompt geklaut. Polizei kommt nicht in Frage, denn Theo hat unter der Hand eine Fuhre aus Italien mitgebracht, um den dringenden finanziellen Notstand des kleinen Unternehmens zu beheben. Kurzerhand chartert Theo an der Tankstelle den erstbesten Wagen samt verdutzter Fahrerin Ines Röggeli (Claudia Demarmels) aus der Schweiz, um den LKW einzuholen, während Enno mit einem geliehenen Auto voller peruanischer Zwerghühner zu Hilfe eilt. Mal getrennt, mal gemeinsam nimmt das unfreiwillige Trio nunmehr die Spur und Verfolgung des schmucken Volvos auf, während sich ein bedrohlich konsequenter Geldeintreiber (Carlheinz Heitmann) an Theos Fersen heftet. Eine schräge Jagd durch Europa nimmt ihren Lauf, die überwiegend an Originalschauplätzen gedreht wurde.

Theo gegen den Rest der Welt lebt ganz vom engagierten Spiel Marius Müller-Westernhagens, der dafür mit dem Ernst-Lubitsch-Preis geehrt wurde und für den diese Rolle den Durchbruch als Schauspieler und schließlich auch als Musiker bedeutete. Gekonnt flankiert von Guido Gagliardi und Claudia Demarmels entsteht mit der Figur des Theo ein echter Typ, der nach dem Motto „Du hast keine Chance, aber nutze sie“, das Regisseur Peter F. Bringmann ihm zugedacht hat, unermüdlich bemüht ist, die Katastrophen in seinem Leben immer wieder tatkräftig zu begrenzen. Ein Gewinner ist er wohl kaum, doch zum Verlierer lässt er sich zweifellos auch nicht machen – das mag ein guter Grund dafür sein, dass sein Publikum diesen grobklotzigen Anti-Helden mit der sexy Stimme so sehr ins Herz geschlossen hat.

Theo gegen den Rest der Welt

Dieses rasante Roadmovie, das seinerzeit einige Schwierigkeiten hatte, überhaupt einen Verleih zu finden, entpuppte sich als Renner an den Kinokassen und wurde als erfolgreichster Film des Jahres 1980 mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet.
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