The War Is Not Funny, Sir! - Wir schießen auch mit Worten

The War Is Not Funny, Sir! - Wir schießen auch mit Worten

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Die Macht von Sarkasmus und Satire

Es ist eine wahre Geschichte, die The War Is Not Funny, Sir! aufgreift. Eine, die damit dem Vergessen entrissen wird und zwei Männer in den Mittelpunkt rückt, die es geschafft haben, im Dreck und der Tristesse der Schützengräben den Kameraden ein paar Lacher zu schenken. 2013 als Fernsehfilm umgesetzt, ist Andy De Emmonys Werk höchst vergnüglich. Nur vom Cover sollte man sich nicht täuschen lassen. Michael Palin hat nur eine Nebenrolle und in Richtung Monty Python geht diese Produktion nicht.
Im Belgien des Jahres 1916 entdecken Captain Roberts (Ben Chaplin) und Lieutenant Pearson (Julian Rhind-Tutt) in Ypres eine funktionstüchtige Druckerpresse – und haben eine großartige Idee. Sie beginnen, eine eigene Zeitung herauszugeben, die sich nicht mit dem befasst, was wirklich passiert, sondern satirisch und oftmals bitterböse den Generalstab und das Leben an der Front durch den Kakao zieht. Die Wipers Times – so benannt, weil die britischen Soldaten Schwierigkeiten mit der Aussprache des Worts Ypres hatten und das wie Wipers klang – erweist sich als Hit. Nur im Generalstab kann man über diese Art Humor gar nicht lachen.

Die Klasse des Stoffs ist es, dass der hässliche Teil des Kriegs nicht unterschlagen wird. Der Hunger, die Kämpfe, das Senfgas, der Dreck – das alles ist auch Teil dieser Geschichte. Es wird nichts beschönigt, aber auch nicht verdammt. Stattdessen kommentiert der Film ebenso wie die Wipers Times mit spitzer Zunge die Machenschaften dieses Stellungskriegs, der von Offizieren geführt wird, die im Sicheren sitzen, aber ganze Kompanien über die Klinge springen lassen.

Die Zeitung lebte nicht nur von jeder Menge Lyrik, sondern vor allem auch von Sketchen, die die beiden Herausgeber schrieben. Ein ideales Format, um es filmisch umzusetzen. Die entsprechenden Vignetten sind schwarzweiß gehalten. Aber nicht nur das. Sie strahlen einen Hauch von Surrealismus aus, der dazu angetan ist, den Zuschauer daran zu erinnern, hier nur eine Repräsentation des geschriebenen Wortes geboten zu bekommen.

Die Präsentation ist überzeugend. Realistisch und grimmig, wenn die Grabenkämpfe in den Fokus gerückt werden, aber nie so sehr darauf konzentriert, dass die Geschichte ins Sentimentale abrutschen könnte. Weil immer der richtige Moment erwischt wird, um die Dramatik satirisch zu brechen – mit dem typisch trockenen britischen Humor, der hier perfekt zur Schau gestellt wird.

The War Is Not Funny, Sir! ist ein etwas anderer Kriegsfilm, der die Absurdität eines solchen Konflikts auf die einzig adäquate Art und Weise kommentiert: mit ganz viel Biss.

Und wer nun neugierig geworden ist, der kann hier die erste Ausgabe der Wipers Times lesen.

The War Is Not Funny, Sir! - Wir schießen auch mit Worten

Es ist eine wahre Geschichte, die "The War Is Not Funny, Sir!" aufgreift. Eine, die damit dem Vergessen entrissen wird und zwei Männer in den Mittelpunkt rückt, die es geschafft haben, im Dreck und der Tristesse der Schützengräben den Kameraden ein paar Lacher zu schenken. 2013 als Fernsehfilm umgesetzt, ist Andy De Emmonys Werk höchst vergnüglich.
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