The Sentinel - Wem kannst du trauen

The Sentinel - Wem kannst du trauen

Eine Filmkritik von Mike Swain

Gut, aber ...

Nehmen wir einmal an, dass das Filmemachen eine Kunstform sei und Kunst irgendwie mit Bildung oder Lernen zu tun habe. Dann müsste aus Filme wie The Sentinel – Wem kannst Du trauen? doch auch etwas lernen können. Und tatsächlich kann man bei der Betrachtung des Thrillers einiges lernen: Lasse Dich nie mit einer Präsidentengattin ein, eine Kugel in den Rücken kann eine Freundschaft nicht zerstören, zumindest wenn der Getroffene eine kugelsichere Weste trägt, der Präsident der Vereinigten Staaten wird von zahllosen Irren bedroht und der Secret Service beschützt ihn vor diesen Verrückten mehr oder minder gut.
Einer dieser tapferen knapp 5000 Mitarbeiter des Secret Service, die mit der Sicherheit des Präsidenten betraut sind, ist Pete Garrison (Michael Douglas). Der Mann ist in den eigenen Reihen eine Legende seit er sich vor 20 Jahren in eine Kugel warf, die für das politische Oberhaupt der USA bestimmt war. Doch hinter Garrisons Rücken braut sich ein Unwetter zusammen: Nach dem Mord an einem Agenten stoßen Geheimdienstler David Breckinridge (Kiefer Sutherland) und seine Partnerin Jill Marin (das Desperate Housewife Eva Longoria) auf ein Mordkomplott gegen den Präsidenten. Offenbar gibt es einen Verräter in den eigenen Reihen und alle Spuren führen zu Garrison, der mittlerweile Sicherheitsmann der Gattin des Präsidenten (Kim Basinger), Sarah Ballentine, ist. Doch Garrison kümmert sich nicht nur um die Sicherheit der First Lady — er ist auch ihr Liebhaber. Als Garrison nach seiner Vernehmung untertaucht, glaubt David den Maulwurf entdeckt zu haben und eröffnet die Jagd auf seinen alten Mentor.

Aus The Sentinel – Wem kannst Du trauen? hätte ein wirklich guter Thriller in der Tradition von Klassikern wie Der unsichtbare Dritte / North by Northwest werden können. Die Besetzung ist allererste Sahne: Michael Douglas scheint für die Rolle des alternden Geheimdiensthelden wie geschaffen, Kim Basinger ist mehr als nur schön anzusehen und Kiefer Sutherland spielt brillant den hin und her gerissenen Agenten Breckinridge. Auch die Production Values sind, um den Fachjargon zu verwenden, hoch. Doch der Film hat eine Schwachstelle: Das Drehbuch. Den Charakteren wird einfach nicht genug Raum gelassen, um sich vollständig zu entwickeln, Handlungsstränge werden nicht aufgelöst und der Plot scheint, gelinde gesagt, etwas unausgegoren und unmotiviert. So kommt eigentlich nie heraus, wer den Präsidenten bedroht und vor allem warum (oder der Rezensent hat’s einfach nicht kapiert). Wer diese Schwachstellen ignoriert, wird mit einem ordentlichen Katz-und-Maus-Spiel belohnt, das stellenweise andeutet, was wirklich aus ihm hätte werden können.

The Sentinel - Wem kannst du trauen

Nehmen wir einmal an, dass das Filmemachen eine Kunstform sei und Kunst irgendwie mit Bildung oder Lernen zu tun habe.
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