The Safe - Niemand wird verschont

The Safe - Niemand wird verschont

Eine Filmkritik von Andreas Köhnemann

In dieser Bank spukt es

Dass Banküberfälle auf spannungsreiche Art und Weise audiovisuell erzählt werden können, hat sich in der Filmgeschichte schon oft gezeigt – etwa in Jules Dassins Rififi (1955), Sidney Lumets Hundstage (1975) oder Michael Manns Heat (1995). Mit seinem Werk The Safe – Niemand wird verschont will der Regisseur Dan Bush, welcher zusammen mit Conal Byrne auch das Drehbuch verfasste, indes nicht nur einen Heist-Thriller liefern, sondern zugleich für Grusel sorgen – und präsentiert gewissermaßen ein Worst-Case-Szenario: Zum Einfall einer kriminellen Truppe in eine städtische Bankfiliale kommt hier eine Bedrohung durch Geister hinzu. Das vermag allerdings nicht in jeder Hinsicht zu überzeugen.
Der schnörkellose Einstieg in die Handlung funktioniert recht gut: Die Schwestern Vee (Taryn Manning) und Leah (Francesca Eastwood) geben sich als Kundin beziehungsweise als Bewerberin für einen Job aus und starten ihre geplante Aktion, als ihr Bruder Michael (Scott Haze) sowie eine Gruppe von Handlangern in Feuerwehruniformen das Gebäude betreten. Das Vorhaben droht jedoch zu scheitern, da es vor Ort nur eine relativ geringe Menge an Geld zu erbeuten gibt. Unter der Voraussetzung, dass niemand mehr zu Schaden kommt, verrät der Angestellte Ed (James Franco) der Gruppe ein Geheimnis: Im Keller des Hauses steht ein Safe, in welchem sich angeblich sechs Millionen Dollar befinden. Die Geschwister schicken ein paar ihrer Männer dorthin, müssen aber bald erkennen, dass in den Tiefen der Bank etwas Unheimliches vor sich geht. Der Ursprung dieser Gefahr liegt in einem Raubversuch aus den 1980er Jahren, welcher etliche Todesopfer forderte.

Im ersten Drittel schafft es Bush, sowohl die Panik der Geiseln als auch die Unruhe der Kriminellen nachvollziehbar einzufangen. Die Konflikte, die zwischen dem Geschwistertrio herrschen, werden interessant geschildert: Vee und Leah haben sich voneinander entfremdet, versuchen sich jedoch miteinander zu arrangieren, um eine schnelle Lösung für die Probleme ihres verschuldeten Bruders zu finden. Michael leidet wiederum darunter, dass sich die beiden Frauen seinetwegen an einem Überfall beteiligen. Auch im weiteren Verlauf profitiert der Film von der Zeichnung und Interpretation dieser drei Rollen. Taryn Manning, die immer wieder in der Netflix-Serie Orange Is the New Black zur Höchstform aufläuft, und Francesca Eastwood (Tochter von Frances Fisher und Clint Eastwood, die bereits im Western Outlaws and Angels ihr Können demonstrierte) spielen zwei unerbittlich harte Figuren und verleihen diesen die nötige Menschlichkeit, um uns als Zuschauer_innen an sie zu binden. Scott Haze hinterlässt indessen in einer Szene zwischen Michael und einer von Q'orianka Kilcher (The New World) verkörperten Bankangestellten einen tiefen Eindruck, in welcher der verschuldete Mann sein Dilemma zu erklären versucht. Der oft zum Overacting neigende James Franco hält sich in The Safe derweil erstaunlich zurück; sein Part bleibt zunächst ein Enigma im Hintergrund.

Enttäuschend und ziemlich reizlos sind Skript und Inszenierung des Films hingegen in Bezug auf die Einarbeitung von Horrorelementen in den Thriller-Plot. Die schauerlichen Vorgänge im Keller dienen dazu, dem Werk durch Splatter-Einlagen eine gewisse Drastik zu geben, indem die Geister die völlig eigenschaftslosen Schergen des Geschwistertrios dezimieren. Zwar hat Bush im Jahre 2007 mit The Signal einen durchaus ambitionierten Genrebeitrag vorgelegt; hier setzt er das Gruselgeschehen mit seinem Kameramann Andrew Shulkind hingegen in wenig originellen Bildern um. So bleibt ein in den Hauptrollen gut besetztes, streckenweise einnehmendes B-Movie, in welchem weniger zweifellos mehr gewesen wäre.

The Safe - Niemand wird verschont

Dass Banküberfälle auf spannungsreiche Art und Weise audiovisuell erzählt werden können, hat sich in der Filmgeschichte schon oft gezeigt – etwa in Jules Dassins "Rififi" (1955), Sidney Lumets "Hundstage" (1975) oder Michael Manns "Heat" (1995). Mit seinem Werk "The Safe – Niemand wird verschont" will der Regisseur Dan Bush, welcher zusammen mit Conal Byrne auch das Drehbuch verfasste, indes nicht nur einen Heist-Thriller liefern, sondern zugleich für Grusel sorgen – und präsentiert gewissermaßen ein Worst-Case-Szenario: Zum Einfall einer kriminellen Truppe in eine städtische Bankfiliale kommt hier eine Bedrohung durch Geister hinzu.
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von 5 bei Bewertungen
Titel
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Originaltitel
The Vault
FSK
18
Regie

Daten und Fakten

Produktionsland
DVD
Veröffentlichung
Spielzeit DVD
91 Min
Bildformat
16:9 - 1.77:1
Sprache(n) & Ton
Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Extras
keine
DVD-Vertrieb
Blu-Ray
VoD & Streaming
TV

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