The Resurrected (Blu-ray)

The Resurrected (Blu-ray)

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Der beste Lovecraft aller Zeiten

Die Werke von H.P. Lovecraft wurden schon häufig verfilmt, nur selten gelang es jedoch, den Schrecken, den der Autor auf nur wenigen Seiten zu erzeugen vermochte, in ein anderes Medium zu transportieren. Dan O’Bannons The Resurrected (seinerzeit auf VHS: Evil Dead – Die Saat des Bösen) ist eine der wenigen Ausnahmen: Ein Film, der die Struktur von Lovecrafts Geschichten aufgreifen und in eine dichte Erzählung verpacken kann.
Charles Dexter Ward verhält sich immer merkwürdiger und verschwindet plötzlich. Seine Frau Claire macht sich Sorgen und heuert den Privatdetektiv John March an, der herausfinden soll, was mit Ward vorgeht. Wie March herausfindet, lässt sich der abgeschottet lebende und an seinen Experimenten arbeitende Ward immer häufiger große Mengen von Fleisch und Blut liefern. Er will vollenden, was sein eigener Vorfahr einst begann: Den Tod zu überwinden.

Die Produktion aus dem Jahr 1991 hat den typischen Charme von Genre-Produktionen jener Zeit, inklusive einiger grandioser praktischer Effekte, die auch heute noch beeindruckend sind (so etwa die Kreatur, die in den Rückblicken aus dem Fluss gezogen wird). Die Adaption der Geschichte übernahm nicht O’Bannon selbst. Ein Versäumnis, hätte er wohl noch etwas dichter die Geschichte gestalten können, das Skript des jungen Brent V. Friedman ist jedoch nicht frei von holprigen Momenten. Die sind zwar auffällig, aber nur kleinere Unebenheiten einer ansonsten sehr atmosphärischen Erzählung. Diese lebt einerseits von dem typischen Lovecraft-Kniff der Rückblende (hier sogar noch mit einer Rückblende in der Rückblende erweitert), andererseits vom furios aufspielenden Chris Sarandon, der den geistigen Verfall seiner Figur überzeugend darstellt, so dass der unbedarfte Zuschauer nicht erahnt, wie es um die Auflösung bestellt ist.

Die Geschichte ist in die Moderne verlegt, und auch mit eigenen Elementen versehen, bleibt aber dem Geist der Vorlage treu. Das Ergebnis ist ein ernsthafter Schauerfilm, vielleicht die beste Adaption, die es von Lovecrafts Werken jemals gab, da sie anders als die Stuart-Gordon-Produktionen auch weit näher an dem dran bleibt, was Lovecraft vor so vielen Jahrzehnten ersonnen hat.

Die Bonusausstattung ist grandios. So sehr, dass eine eigene DVD dafür vonnöten war. Gleich fünf Featurettes sind geboten, die sich mit der Aufgabe, Lovecraft zu adaptieren, aber auch mit der Produktion selbst befassen. Mit einer Laufzeit von insgesamt mehr als einer Stunde sind die neuen Interviews mit Chris Sarandon, Richard Band, Brent Friedman und anderen auch in die Tiefe gehend, zudem recht offenherzig. Immerhin gibt Sarandon zu, dass er vor den Arbeiten an diesem Film noch nie von H.P. Lovecraft gehört hat. Dan O’Bannons Dankesrede aus dem Jahr 1992 bei den Fangoria Chainsaw Awards ist nett, aber nicht wirklich von Belang. Zudem gibt es 18 Minuten an entfallenen und alternativen Szenen aus dem Workprint.

Gleich drei Audiokommentare gibt es. Der englische mit den Produzenten Mark Borde und Kenneth Reich, dem Drehbuchautor Brent V. Friedman und den FX-Leuten Todd Masters und Robert Romanus ist filmhistorisch interessanter und befasst sich mehr mit der eigentlichen Produktion, während der Kommentar von Dr. Marcus Stiglegger und Kai Naumann eher in die analytische Richtung geht. Dazu gibt es noch einen deutschsprachigen Kommentar von Daniel Peree und Jörg Kopetz, der im Grunde des Guten zu viel ist. Hier wird Material wiederholt, das man schon gehört hat – oder gelesen, denn Kopetz hat auch das 84-seitige, sehr informative Booklet verfasst. Weiterhin ist als Audio-Extra das Hörspiel Der Fall Charles Dexter Ward aus der Reihe Gruselkabinett enthalten.

The Resurrected (Blu-ray)

Die Werke von H.P. Lovecraft wurden schon häufig verfilmt, nur selten gelang es jedoch, den Schrecken, den der Autor auf nur wenigen Seiten zu erzeugen vermochte, in ein anderes Medium zu transportieren. Dan O’Bannons „The Resurrected“ (seinerzeit auf VHS: „Evil Dead – Die Saat des Bösen“) ist eine der wenigen Ausnahmen: Ein Film, der die Struktur von Lovecrafts Geschichten aufgreifen und in eine dichte Erzählung verpacken kann.
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