The Navigators – Geschichten von den Gleisen

The Navigators – Geschichten von den Gleisen

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Donnerstag, 16. August 2007, 3Sat, 22.45 Uhr

Während hierzulande noch heftig über die Privatisierung der Deutschen Bahn diskutiert wird, haben die Briten solche Pläne schon vor über zehn Jahren umgesetzt und British Rail privatisiert – mit fatalen Folgen. Unpünktliche Züge, Sicherheitsmängel auf den Bahnstrecken, schlechtere Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzverluste gehören zu den Auswirkungen neoliberaler Politik, die heute noch zu spüren sind. Der britische Meisterregisseur Ken Loach, der für sein Kriegsdrama The Wind That Shakes The Barley 2006 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden ist, hat über dieses Thema die ergreifende Tragikomödie The Navigators – Geschichten von den Gleisen (2001) gedreht.

Der Film erzählt die Geschichte von fünf langjährigen und erfahrenen Gleisarbeitern in Sheffield / South Yorkshire, 1995, nach der Privatisierung der stattlichen Eisenbahngesellschaft British Rail: John (Dean Andrews), Mick (Thomas Craig), Paul (Joe Duttine), Jim (Steve Huison) und Gerry (Venn Tracey) müssen lernen mit den veränderten, grotesken Bedingungen ihrer neuen Arbeitswelt umzugehen: Kündigungen, Druck von oben, rigoros missachtete Sicherheitsauflagen sind an der Tagesordnung. Mit typisch britischem Humor versuchen sie ihre Familien, ihre Freundschaft und ihre Solidarität gegen die ungerechten Gesetze des freien Marktes zu schützen. Weil zwei konkurrierende Privatfirmen die Region unter sich aufteilen, stehen sich die ehemaligen Kollegen plötzlich als Rivalen gegenüber.

The Navigators ist ein vollkommen untypischer Ken Loach: humorvoll, witzig, unsentimental – und damit wohl der unterhaltsamste aller seiner Filme. Getragen von überzeugenden Darstellern kritisiert der Film die zunehmende Privatisierung unserer Welt. Durch das tragische, aufgrund schlecht gewarteter Gleise verursachte Zugunglück in Hatfield, England, im Oktober 2000 gewann The Navigators noch während seiner Entstehung eine traurige Aktualität. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Rob Dawber, der selbst 18 Jahre in einem Stellwerk arbeitete und bei der Privatisierung von British Rail entlassen wurde.
 

The Navigators – Geschichten von den Gleisen

Während hierzulande noch heftig über die Privatisierung der Deutschen Bahn diskutiert wird, haben die Briten solche Pläne schon vor über zehn Jahren umgesetzt und British Rail privatisiert – mit fatalen Folgen.

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