The Mule - Nur die inneren Werte zählen

The Mule - Nur die inneren Werte zählen

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Life can be shit!

Spätestens seit dem großen Alfred Hitchcock gehört es zu den gern genommenen Grundkonstellationen des Thrillers, dass ein vollkommen Unschuldiger in die Scheiße gerät und fortan alles daransetzen muss, um sich aus dem Schlamassel wieder zu befreien. In der australischen Komödie The Mule ist der Fernsehmechaniker Ray (Angus Sampson) solch ein Unschuldslamm und Einfaltspinsel – und dass er in die Scheiße gerät, ist in diesem besonderen Falle durchaus wörtlich zu verstehen. Aber ehrlich gesagt war sein Leben schon vorher nicht besonders erstrebenswert. Obgleich um die 30 Jahre alt, lebt der stets linkisch wirkende Mann immer noch zuhause bei seinen Eltern, die entweder mit ihrer Spiel- oder mit ihrer Herrschsucht beschäftigt sind. Dazu kommt ein raunziger Chef und Kameraden im Sportverein, die sich über dieses Riesenbaby mit dem schlichten Gemüt immer wieder lustig machen. Weil Ray aber eine treue Seele ist und zu jedem Spiel seiner Mannschaft erscheint, bringt er es schließlich sogar zum „Spieler des Jahres“.
Als der Verein zu einem Betriebsausflug nach Thailand fliegt, lässt sich Ray vom Mannschaftskapitän Gavin (Leigh Whannell) dazu überreden, auf dem Rückweg Drogen – schön säuberlich verpackt in Kondomen, die er herunterschlucken musste – nach Australien zu schmuggeln. Allerdings stellt sich Ray bei der Einreise so blöde an, dass er direkt kassiert wird. Weil er eine Röntgenuntersuchung verweigert und weil die Gesetzgebung das erlaubt, wird Ray nun sieben Tage lang ohne Anklage in einem Hotel am Flughafen Melbourne festgehalten, bis seine Darmtätigkeit den vermuteten Inhalt wieder ans Licht befördert. Klar, dass die mit der Überwachung beauftragten Polizisten von diesem Scheißjob (Verzeihung!) nicht gerade begeistert sind. Und ebenso klar, dass Ray auf Zeit spielt und mit allen Tricks seine Verdauungstätigkeit herunter regelt. Denn wenn er die Drogenfracht nicht ausscheidet, muss er wieder freigelassen werden. Schneller liegen die Nerven der Polizisten blank – und dann kommen die entsetzlichen Bauchschmerzen Rays dazu…

Ein Mann im wackeren Kampf gegen die eigene Verdauung – so etwa könnte die Plotline der rabenschwarzen australischen Tragikomödie The Mule lauten. Dass es dabei streckenweise nicht nur recht eklig (die Vokabel „Fäkalhumor“ hatte kaum je mehr Berechtigung als hier), sondern auch durchaus rabiat zugeht, liegt auch ein wenig in der Natur der Sache. Ray könnte mit einigem Recht durchaus aus dem Universum der Brüder Coen entstammen, die Cops sind schön fies (und teilweise auch ziemlich korrupt), die Eltern des Protagonisten ein Ausbund an so ziemlich allem, was man an Familie nicht liebt. Dazu kommt ein sleaziger Eighties-Look, der die Handlung (die, wie könnte es anders sein, auf wahren Begebenheiten beruht) mit dem australischen Gewinn der Hochsee-Segelregatta America’s Cup parallel laufen lässt, Darsteller, die sichtlich Vergnügen an der Geschichte haben (unter anderem der herrlich fiese Hugo Weaving und John Noble) und eine Regie, die das Beste aus der über weite Strecken auf einen Handlungsort beschränkten Story macht. Als Popcorn-Spaß für Menschen mit stabilem Magen und eher schrägem Humorverständnis eine durchaus angemessene Abendunterhaltung.

The Mule - Nur die inneren Werte zählen

Spätestens seit dem großen Alfred Hitchcock gehört es zu den gern genommenen Grundkonstellationen des Thrillers, dass ein vollkommen Unschuldiger in die Scheiße gerät und fortan alles daransetzen muss, um sich aus dem Schlamassel wieder zu befreien. In der australischen Komödie „The Mule“ ist der Fernsehmechaniker Ray (Angus Sampson) solch ein Unschuldslamm und Einfaltspinsel – und dass er in die Scheiße gerät, ist in diesem besonderen Falle durchaus wörtlich zu verstehen.
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