The Lords of Salem

The Lords of Salem

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Arthouse-Horror

Bei Rob Zombies Filmen scheiden sich die Geister. Einige waren durchaus erfolgreich, manche werden gar gemocht, viele Zuschauer stößt aber der White-Trash-Faktor ab, den er selbst in jene Filme einbringt, die ihn nicht benötigen. Man hätte also erwartet, dass auch The Lords of Salem davon geplagt ist. Weit gefehlt, mit diesem Film erfindet sich Zombie neu. Stand er früher für ultrabrutalen Horror, so huldigt er nun den Werken eines Ken Russell.
In Salem wurden im 17. Jahrhundert mehrere Hexen verbrannt. Vor ihrem Tod sprachen sie einen Fluch aus, der mehrere Jahrhunderte später – in unserer Gegenwart – zupasskommt. Heidi Laroc ist Radiomoderatorin und erhält eine Langspielplatte zugestellt. Sie ist von einer unbekannten Band namens „The Lords“. Heidi spielt das gute Stück, das sowohl auf sie, als auch auf mehrere Frauen in der Stadt eine ungeahnte Wirkung hat. Die Musik sorgt für Visionen, die Heidi an ihrem Verstand zweifeln lassen. Oder sind die Herren Salems zurückgekehrt, um sich zu rächen? Das zumindest glaubt der Autor eines Buches über die Hexen von Salem, der erkennt, dass mit der Musik etwas nicht stimmt.

Auf Schockmomente setzt Zombie diesmal nicht, und auch seiner Frau Sheri Moon, die in jedem seiner Filme dabei ist, entlockt er eine Darstellung, die besser als das ist, was man von ihr üblicherweise geboten bekommt. The Lords of Salem ist kein typischer Horrorfilm, er setzt auf Atmosphäre, auf intensives Farbspiel und sich in die Gehirnrinden eingrabende Bilder. Logik und narrative Stringenz sind dem Regisseur weniger wichtig, als den Zuschauer emotional anzusprechen. Inhaltlich ist der Film im Grunde wenig mehr als Rosemarys Baby, wenn er denn von Ken Russell gemacht worden wäre. Umso überraschender ist das, denn anfangs scheint alles noch auf einen „normalen“ Film zuzulaufen, aber mit jeder verstreichenden Minute wird Zombie sich seiner Erzählweise sicherer und wagt sich weiter ins Arthouse-Territorium vor. Am Ende mag man es kaum glauben: Zombie hat einen richtigen guten Film abgeliefert, Horror im Stil der 70er, mit der Optik eines Russells oder Argentos.

The Lords of Salem ist faszinierend, aber wohl kaum weniger polarisierend als das frühere Werk des Regisseurs, nur dass es diesmal die Gewaltfetischisten sind, die diesem Film wohl nicht viel abgewinnen können.

The Lords of Salem

Bei Rob Zombies Filmen scheiden sich die Geister. Einige waren durchaus erfolgreich, manche werden gar gemocht, viele Zuschauer stößt aber der White-Trash-Faktor ab, den er selbst in jene Filme einbringt, die ihn nicht benötigen.
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