The Last Days

The Last Days

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Mein Haus ist meine Burg

Mit Weltuntergangsszenarien sind David und Alex Pastor vertraut. In Carriers zeigten sie, wie die Zivilisation untergeht, wenn eine tödliche Krankheit sich ausbreitet. Mit The Last Days haben sie nun ein anderes Schreckensszenario ersonnen, dem es allerdings ein wenig an der Logik mangelt.
Weltweit verbreitet sich ein Phänomen: die Panik. Menschen leiden von einem Moment auf den anderen an extremer Agoraphobie. Verlassen sie geschlossene Räume, sterben sie an purer Panik. Seit Monaten sitzt Marco in seiner Firma fest. Als endlich ein Durchbruch in das U-Bahn-System gelingt, macht er sich mit Enrique auf, seine Frau zu suchen. Aber ob sie überhaupt noch zuhause ist, weiß er nicht. Eine gefährliche Odyssee beginnt.

Dass die Hauptfiguren mit einem Navi durch U-Bahntunnel und Kanäle laufen, nimmt man hin, auch wenn die Dinger da unten mangels Satellitenempfang nicht funktionieren. Man kann im Verlauf des Films jedoch nicht umhin, sich darüber Gedanken zu machen, wie das Leben praktisch aussähe, wenn man kein Gebäude mehr verlassen kann. Die Pastors bügeln da etwas flott drüber. Für sie ist der Weg (von Marco und Enrique) das Ziel. Interessanter wäre aber wohl gewesen zu sehen, wie die letzten Tage – und um nichts anderes würde es sich bei einer solchen Situation handeln – in Gebäuden, in denen es kaum etwas zu essen und nur eine Minimalausstattung an sanitären Anlagen gibt, aussehen würde. Der Zusammenbruch der Zivilisation, der Absturz in die Barbarei wird aber nur gestreift und immer dann hervorgeholt, wenn es der Geschichte opportun ist, so etwa, als Marco im Einkaufszentrum ankommt.

Will man The Last Days genießen, muss man also ignorieren, dass es schlichtweg unmöglich ist, über längere Zeit in Abschottung zu überleben, weil alles Lebenswichtige vor der Tür ist, nicht in den vier Mauern, die einen umgeben. Die eigentlich interessantere Geschichte lässt der Film außen vor.

Spannend ist The Last Days zweifelsohne, gut gespielt auch (besonders erwähnenswert: Franco-Nero-Lookalike José Coronado), nur ist es schade, dass die Macher lediglich auf den oberflächlichen Thrill setzen. Wie es anders geht – und beeindruckender ist – zeigte vor ein paar Jahren Fernando Mereilles‘ Stadt der Blinden.

The Last Days

Mit Weltuntergangsszenarien sind David und Alex Pastor vertraut. In „Carriers“ zeigten sie, wie die Zivilisation untergeht, wenn eine tödliche Krankheit sich ausbreitet. Mit „The Last Days“ haben sie nun ein anderes Schreckensszenario ersonnen, dem es allerdings ein wenig an der Logik mangelt.
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