The Getaway – Ihre Chance ist gleich null

The Getaway – Ihre Chance ist gleich null

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Montag, 25. März 2013, ARTE, 22:35 Uhr

Eine haarsträubende Flucht mit komplizierten Verwicklungen strategischer wie menschlicher Sorte ist das Thema dieses aktionsreichen Krimis des US-amerikanischen Regisseurs Sam Peckinpah (1925-1984) aus dem Jahre 1972, der sich innerhalb seines Werkes bevorzugt mit dem Motiv der Flucht, kombiniert mit extremen moralischen und gewalttätigen Aspekten, beschäftigt hat. The Getaway – Ihre Chance ist gleich null nach dem Roman The Getaway von Jim Thompson, der auch unter dem deutschen Titel The Getaway – Ein Mann explodiert bekannt ist, gilt als erfolgreichster Film von "Bloody Sam", der nicht zuletzt durch die brillante Filmmusik von Quincy Jones mit seiner ganz eigenen, dichten Atmosphäre überzeugt.
Es ist ein krummer Deal mit dem einflussreichen texanischen Politiker Jack Benyon (Ben Johnson), der den verurteilten und einsitzenden Gangster "Doc" McCoy (Steve McQueen) vorzeitig auf Bewährung freikommen lässt, dessen Frau Carol (Ali MacGraw) sich dafür zu sexuellen Bereitwilligkeiten hergeben muss. Auch mit dem versierten Profi Doc hat der korrupte Benyon eigennützige Pläne: Gemeinsam mit seinen zwielichtigen Handlangern Rudy (Al Littieri) und Frank (Bo Hopkins) soll dieser eine Bank überfallen, wobei Benyon den größten Teil der Beute insgeheim für sich selbst beansprucht. Der Coup gelingt, doch bald tauchen die ersten Hindernisse auf: Am vereinbarten Treffpunkt wartet nur Rudy, der seinen Komplizen mittlerweile eliminiert hat und nun auch Doc und Carol unelegant loswerden will. Doch das Gangsterpärchen kann sich mit der halben Million zu Benyon absetzen, der allerdings sowohl seine mangelnden Teilungsabsichten als auch Doc gegenüber durchblicken lässt, dass er sich mit seiner Frau verlustiert hat, die dafür grausame Rache nimmt und Benyon erschießt. In übelster Stimmung begeben sich Doc und Carol auf die Flucht Richtung El Paso, die sich mit dem erzürnten, kaltblütigen Rudy und der Polizei als Verfolgern als wahrer Höllentrip herausstellt ...

Es ist die Verquickung von eiskalter Action mit schwelenden emotionalen Konflikten sowie einer hintergründigen, ambivalent gestalteten Tiefgründigkeit, die The Getaway zu einem packenden Film nicht nur für Genre-Fans werden lässt. Gewalt als Stilmittel, Darstellung von Gewalt als grobe Gesellschaftskritik sowie schwelende Beziehungskonstellationen als Form von verborgener Gewalt sind die vielschichtigen Komponenten, die dieses Roadmovie in kriminellem Milieu begleiten und durch ihre unbarmherzige Visualisierung zu einem verstörenden Thriller werden lassen, dessen sorgfältige Inszenierung erst auf den zweiten Blick sichtbar wird, wenn die Spannung als aufregende Ablenkungskraft abgekühlt ist.

The Getaway – Ihre Chance ist gleich null

Eine haarsträubende Flucht mit komplizierten Verwicklungen strategischer wie menschlicher Sorte ist das Thema dieses aktionsreichen Krimis des US-amerikanischen Regisseurs Sam Peckinpah (1925-1984) aus dem Jahre 1972, der sich innerhalb seines Werkes bevorzugt mit dem Motiv der Flucht, kombiniert mit extremen moralischen und gewalttätigen Aspekten, beschäftigt hat.
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