The Fountain

The Fountain

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Forever young?

1998 debütierte Independent-Filmregisseur Darren Aronofsky mit Pi, einer Geschichte über den von der Außenwelt abgeschotteten Wissenschaftler Cohen auf der Suche nach der ultimativen Weltformel. Zwei Jahre später brillierte der New Yorker Filmmacher mit dem Drogendrama Requiem for a Dream über das Thema Sucht mit all ihren schrecklichen Exzessen und Abgründen. Beide Filme sorgten bei Kritikern und Publikum seinerzeit für Furore. Aronofsky ließ seine breite Fangemeinde daraufhin sechs Jahre lang sehnsüchtig auf seinen dritten Spielfilm The Fountain warten. Dieser neue Film wirft nicht nur viele Fragen und Rätsel auf - The Fountain scheidet Geister. Die Pressevorführung auf dem Filmfestival in Venedig war ein Desaster, Kritiker verließen empört den Kinosaal. Vernichtendes Gelächter für einen im Vorfeld des offiziellen Wettebewerbs als Meisterwerk gehandelten Favoriten. Auf der anderen Seite Lobeshymnen in den einschlägigen Fanblogs und Internetforen, die The Fountain bereits zum besten Film des Jahres kürten.
Nach dem Film ist bei The Fountain eher vor dem Film. Ein Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen ist nicht ganz einfach. Hat man doch während des Abspanns noch das Gefühl, nichts verstanden zu haben und das Bedürfnis, den Film gleich noch einmal von vorn sehen zu wollen. Hat man gar ein wichtiges Detail verpasst? War vielleicht ein berauschender Drogencocktail aus Aronofskys letztem Werk Stimulans für seinen neuen Film? Aber worum geht es eigentlich?

The Fountain ist Historien-Schinken, Science-Fiction-Drama und Gegenwartsromanze auf drei verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen. Im 16. Jahrhundert begibt sich der Konquistador Tomas (Hugh Jackman) im südamerikanischen Urwald auf die Suche nach dem ewigen Leben. Fündig wird er in einem Maya-Heiligtum, das Harz vom Baum des Lebens macht ihn unsterblich. Fünfhundert Jahre später forscht seine Inkarnation, der Wissenschaftler Tommy (ebenfalls Jackman) an einem Affen nach einer neuen Heilmethode für Krebs, an dem seine Frau Izzi (Rachel Weisz) hoffnungslos erkrankt ist. Die todkranke Izzi hat sich bereits mit ihrem Schicksal abgefunden und schreibt für ihren Mann ein Buch mit dem Titel „The Fountain“, einer Geschichte über die Abenteuer des spanischen Eroberers Tomas. Ihr Mann Tommy liest das Buch und wird so in die Vergangenheit (seine eigene?) zurück versetzt. Diese ersten beiden Zeitebenen scheinen sich erst in der Zukunft zusammen zufügen, wenn Tommy (nun als glatzköpfiger Jackman) als unsterblicher Yogini das Nirwana erreicht und im Lotussitz meditierend durch Raum und Zeit schwebt. In einer sich zuspitzenden Schlusssequenz, erkennt Tommy, dass er doch nicht unsterblich ist und findet für immer seinen Frieden. Izzi taucht ebenfalls in den drei Zeitenebenen auf: In der Vergangenheit als spanische Königin, in der Gegenwart als weiß gekleidete, allseits lächelnde kranke Ehefrau und in der Zukunft nur noch als Vision und Erinnerungsfetzen.

Die Hauptrolle des Tomas war zunächst für Brad Pitt vorgesehen, doch nachdem Schauspieler und Regisseur sich nicht auf ein gemeinsames Drehbuchkonzept einigen konnten, wurde X-Men-Schauspieler Hugh Jackman an dessen Stelle gecastet. Die Figur der Izzi wird von Aronofskys Ehefrau Rachel Weisz gespielt, nachdem die ursprünglich dafür angedachte Cate Blanchett die Rolle aus terminlichen Gründen absagen musste.

Alles verstanden? Oder besser gesagt, kann dieser Film so interpretiert und verstanden werden? Laut Aronofsky laufen sämtliche Deutungsversuche seinen Absichten zuwider, da sein Film für viele Menschen auf verschiedene Weise funktionieren soll. Aronofsky gibt uns also jede Menge Rätsel auf und letztendlich fragt man sich, was dieser Hokuspokus eigentlich soll. Die Suche nach Unsterblichkeit ist die Intention, das Leitmotiv des Films. Über die Figur Izzi wird vermittelt, dass Tomas seine eigene Sterblichkeit zu akzeptieren lernen muss, um seinen Frieden zu finden – wie sie es bereits getan hat. Aronofsky gibt auf unsere Fragen keine Antworten, er lässt uns im Dunkeln tappen. Wer von The Fountain eine spannende und gut konstruierte Geschichte, das heißt einen nachvollziehbaren Plot mit glaubwürdigen Akteuren erwartet, der ist hier definitiv fehl am Platz. Wer im Kino eher auf das visuelle Erlebnis à la Matthew Barney setzt, für den mögen die ungewöhnlichen Sets – das Blasen-Raumschiff in der Weltraumhandlung, die natürliche Umgebung des Maya-Tempels, das Kerzenmeer am Palast von Sevilla – durchaus etwas Beeindruckendes haben.

The Fountain

1998 debütierte Independent-Filmregisseur Darren Aronofsky mit [b]Pi[/b], einer Geschichte über den von der Außenwelt abgeschotteten Wissenschaftler Cohen auf der Suche nach der ultimativen Weltformel.
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Meinungen
Flo · 11.01.2009

Ein epischer Soundtrack - unglaublich was dieser hier zu tun vermag ! Wirklich fulminant !!!

Michael · 20.07.2007

The Fountain ist purer Esotherik-Kitsch mit einer trivialen vor Pathos strotzenden Geschichte.

Fast schon wieder lustig zu schauen für diejenigen , die Realsatire mögen ;-)

Andi · 16.03.2007

Bildgewaltig und grandios!

Wenn auch nicht soo verwirrend wie ich erwartet und gehört hatte.
Die Thematik an sich ist ja nichts Neues, und man darf nicht nach einem wirklichen Sinn suchen.
Diese Unterfangen wird nämlich - wie im richtigen Leben - erfolglos bleiben.

Yvonne · 11.03.2007

große Bilder, LebenTodLeben Natur- ja, ein großer Film!

Irina R. · 20.02.2007

Um wahre UNsterblichkeit zu erlangen, muss das GEschwür/ der Inquisitor vernachlässigt werden. DEr Körper kann unsterblich nur dadurch werden, dass er seine Kraft weiter gibt und neues Leben ermöglicht.
Wenn Lebende Toten entstammen, muss das Leben den Tod schonen

Lies · 20.02.2007

Komme eben aus dem Film und muss sagen, dass ich noch nie einen Film erlebt habe, in dem jeder nicht beim Abspann einfach aufstand, sondern hocken blieb bis der Abspann fertig war. Vielleicht um auf Antworten auf die vielen Fragen zu hoffen, die sich ergeben haben. Ein Film, der viel Stoff zum Debattieren liefert. Auf jeden Fall bildlich sehr imposant und vom Niveau doch recht anspruchsvoll.
Schwer verdauliche aber sehenswerte Kost.

Jo · 12.02.2007

Ein grandioses, manchmal sich etwas nahe an der Grenze zum Kitsch bewegendes - aber diese niemals überschreitendes - Meisterwerk in perfekt komponierten Bildern, an denen man sich nicht sattsehen kann.

Snacki · 29.01.2007

Soghaft und virtuos wie kaum ein Film seit Kubricks „2001“ und Tarkowskijs „Stalker“, visionär-mystisch, zärtlich-dunkel und suggestiv ist die bildgewaltige Parabel vom ewigen Leben, das den Tod überwindet. Ein Augen- und Sinnesschmaus. Der bisher aufregendste Film des Jahres!

Gigi aus Gersthofen · 25.01.2007

Also ich hab schon lang nicht mehr einen sowas von dermasen GEILEN, GENIALEN RÜHRENDEN, ZUM NACHDENKEN ANREGEDEN, AUDIO UND VISUELL FANTASTISCHEN FILM GESEHEN !!! Das dieser Film sowas von Polarisiert spricht nur noch für sich selbst !! Absolut kein Film für die breite Masse ! Den Hall was der Film einem Gibt ist emens lang wenn sogar nicht für die ewigkeit ! Ups eine parallele zur story !! :-D
Leider läuft dieser Film nicht in vielen Kinos was auch wieder ein zeichen dafür ist das er was besonderes ist !!
Leute die ihn nicht verstehen oder ihn langweilig faden, tja dan habt ihr wohl euren geistigen horizont erreicht!
Menschen die nicht Querdenken können sind hier erbarmungslos fehl am platz und das diese besagten personen sogar filmkritiker sind sollte da nicht jeder gleich traurig sein !
Schaut euch lieber superman an oder sonst was ;-)

Klaus · 20.01.2007

Laut dem Pressespiegel in Angelaufen.de fanden die Kritiker den Film nicht so toll. Ich finde er gehört zum Interessantesten was zur Zeit im Kino ist. Eine echte filmische und Gedankliche Herausforderung. Wie Kubrik's 2001 oder Spielbergs AI.

orangeblutmann · 21.01.2007

Also ich hab mir den Film schon 2 tage nach seinem release in Amiland hier auf englisch gegeben .
Also ehrlich gesagt is es mir vollkommen egal was die leute dazu sagen DARREN ARONOFSKY hats einfach mega drauf. Der Film ist BOMBE , HAMMER , GEIL GEIL GEIL .
Ich werde ihn mir auf jedenfall Jetzt im Kino anschaun wobei ich hier auf jedenfall anmerken muss dass es schon sau ne unverschämtheit ist , dass ich erst im kino nachschaun musste , damit ich mir den Film jetzt auch hier in Deutschland anschaun kann...
Wer den Film nich mag ... hat den FIlm nicht verstanden , oder will ihn gar nicht verstehen .. aber das geht mir auch völlig am arsch vorbei.
Ich hab den Film erst auf english gesehen und fand ihn da schon TOP und jetzt werde ich ihn mir MOrgen im kino geben ...
Allen anderen kann ich den FILM nur EMPFHELEN EMPFHELEN !!!!!!

REIN GEHEN REIN GEHEN REINGEHEN !!!! ;)

pace

Kinogängerin · 20.12.2006

tja, das ist das Schicksal von Meisterwerken: Meistens verkannt (siehe "Cabet", vielleicht solltest du - wenn du schon in Sneaks gehst - nicht unbedingt immer das Niveau von Filmen wie ""Liebe braucht keine Ferien" erwarten). Wer wirklich eine Entdeckung machen will, sollte den Film nicht verpassen!

· 06.12.2006

ich hab zwar echt nicht alles verstanden, aber allein die tatsache, dass ich da noch tage später drüber philosophiere / ihn interpretiere spricht wohl für den film.
Er ist echt sehr verwirrend gestaltet.
auf jeden fall schwere kost und nix für leute, die einfach nur unterhalten werden wollen!
Er ist echt anders, als alle anderen filme - ich finde es ist eine erfahrung wert...

Cabet · 20.11.2006

Was für ein drecksfilm...
hab ihn mir grade in der sneak preview 40min angetan dann hab ich diesen langweiligen mist nicht mehr ausgehalten...story ist völlig unklar und langweilig.Der Film hat keine höhen und tiefen

auf gar keinen Fall anschaun

Kommentare

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