The Fifth Patient

The Fifth Patient

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Wer bin ich?

Der erste Eindruck täuscht: Nein, es ist nicht Ralph Fiennes, der da einen finster von der DVD-Hülle ansieht. Ähnlich Five Fingers, der Bourne-Trilogie oder Unknown geht es in The Fifth Patient um Gedächtnisverlust und was wahr und was falsch ist.
John Reilly (Nick Chinlund, Ultraviolet, Tränen der Sonne) kommt mit schweren Kopfverletzungen und ohne Erinnerung in einem afrikanischen Krankenhaus (hier spielt auch 80 Prozent der Handlung) zu sich. Doch kaum wach, steht schon der Geheimdienst auf der Matte und verhört Reilly. Der beteuert immer wieder, dass er sich an nichts aus seinem Vorleben erinnern könne, doch die Geheimdienstler bleiben misstrauisch. Sie sind überzeugt, dass Reilly ein Spion sei und sein Gedächtnisverlust nur eine Masche. Als alles Fragen nichts bringt, werden stärkere Geschütze aufgefahren und Reilly gefoltert. Und es scheint zu wirken. Langsam kommt die Erinnerung zurück – und eine weitere Organisation versucht mit ihm Kontakt aufzunehmen. Reilly beginnt die Fronten gegeneinander auszuspielen, um Zeit zu gewinnen. Denn er würde auch gerne wissen, auf welcher Seite er denn nun steht.

Peter Bogdanovich in einer Nebenrolle, das klingt interessant, doch wird leider verschenkt. Denn der Film stellt sich leider selbst ein Bein, in dem er zu viele Klischees bemüht, die einfach nur unnötig sind. Folternde, schwitzende Farbige, die böse gucken und böse tun – geschenkt. Aber das den ganzen Film kaum mehr passiert, als Befragung, Folter, Reden, halbherziger Fluchtversuch und alles wieder von vorn, das ist schon sehr ermüdend. Dafür sind die Darsteller großteils glaubwürdig und spielen motiviert. Auch die Optik von Kameramann Ben Kutchins schafft es, eine geradezu fiebrige Atmosphäre aufzubauen.

Bleibt ein leidlich spannendes Kammerspiel um Lug und Trug, wer-bin-ich und was-wollt-ihr. Nicht zu abgeklärte Thrillerfreunde haben wohl einen unterhaltsamen Filmabend, Vielseher mit gehobeneren Ansprüchen sollten sich lieber anderweitig umschauen.

The Fifth Patient

Der erste Eindruck täuscht: Nein, es ist nicht Ralph Fiennes, der da einen finster von der DVD-Hülle ansieht.
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