The Factory

The Factory

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Angerissene Abgründe

Im winterlichen Buffalo, New York, sind die Ermittler Mike Fletcher (John Cusack) und Kelsey Walker (Jennifer Carpenter) am Thanksgiving-Abend noch unterwegs, denn das vermehrte Verschwinden von Prostituierten in der Stadt lässt auf einen Serientäter schließen, der seine Opfer in kalten Schneenächten aufgabelt und dringend gestoppt werden muss. Derweil hängt in Mikes Familie die Festtagsstimmung schief, denn seine Teenager-Tochter Abby (Mae Whitman) will den Abend lieber mit ihrem Freund verbringen und führt die üblichen Gefechte mit ihrer Mutter Shelley (Sonya Walger), die ihren Mann um Unterstützung bittet, als er schließlich heimkommt und die allein lebende Kelsey zum Truthahnessen mitbringt.
Inzwischen beschäftigt sich der Psychopath Gary Gemeaux (Dallas Roberts), der im örtlichen Krankenhaus arbeitet, auf grausame Weise mit einer zwar hübschen, doch nur scheinbar weiblichen Hure, die er für seine Zwecke so gar nicht brauchen kann. Denn Gary hält im abgeschirmten Keller seines Hauses ein paar junge Frauen gefangen, die er zu schwängern beabsichtigt und die ihn „Daddy“ nennen müssen, um sich auf diese Art eine geheime Familie zuzulegen. Sein Kollege Darryl (Gary Anthony Williams), den er mit einem Video von der Vergewaltigung an einer Patientin erpresst, verschafft ihm dafür Medikamente aus den Beständen der Klinik und ahnt noch nicht, dass er bald im Fokus der Ermittlungen stehen wird ...

The Factory ist ein solide inszenierter, klassischer Thriller um einen kühl kalkulierenden, kranken Killer, der von einem markanten Cop-Team gejagt wird, das durch persönliche Motive angetrieben und von Konflikten bewegt wird, bis es gegen Ende des Films zu einer überraschenden Wendung kommt, die zeigt, dass auch in den Reihen der Polizei pathologische Persönlichkeiten unterwegs sind. Punktuell durchaus spannend und darstellerisch ansprechend gestaltet wird hier auf unterschiedliche Weise die Thematik von Familie und Kindern fokussiert, ohne dass es Regisseur und Drehbuchautor Morgan O’Neill überzeugend gelingt, die Extreme von Perversion und gesellschaftlicher Normalität plausibel zu verknüpfen.

Allzu vage Andeutungen über die Beweggründe der Protagonisten, ungünstige Gewichtungen von Ereignissen und Erklärungen sowie eine Vielzahl an unausgereiften Ansätzen lassen The Factory trotz seiner atmosphärischen Dichte zu einem fragmentarischen Versatzstück geraten, das seine Elemente des traditionellen Thriller-Baukastens letztlich verwirkt, ohne markante Akzente schlüssig in die Geschichte integrieren zu können. Der drastische Schluss hätte dann ein wahrhafter Clou werden können, wenn beispielsweise sämtliche Charaktere ihre verborgenen Abgründe ausgepackt hätten, um diesen stockenden Stoff durch einen kräftigen Aufriss ins Absurde zu retten.

The Factory

Im winterlichen Buffalo, New York, sind die Ermittler Mike Fletcher (John Cusack) und Kelsey Walker (Jennifer Carpenter) am Thanksgiving-Abend noch unterwegs, denn das vermehrte Verschwinden von Prostituierten in der Stadt lässt auf einen Serientäter schließen, der seine Opfer in kalten Schneenächten aufgabelt und dringend gestoppt werden muss.
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