The Devil's Pass

The Devil's Pass

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Der Berg ruft

Die besten Geschichten erzählt das Leben. Wenn es aber das Ende vorenthält oder schlichtweg keine befriedigende Erklärung zulässt, warum etwas auf eine bestimmte Art geschehen ist, dann schreit das nach fiktiver Interpretation. Das gilt auch für Renny Harlins neuen Film The Devil’s Pass, der einen Erklärungsversuch startet, was mit der Dyalkov-Expedition im Jahr 1959 wirklich passiert ist.
Im Jahr 1959 sind neun Bergsteiger auf einem Berg im Ural ums Leben gekommen. Die Umstände ihres Todes wurden nie geklärt, Theorien, die von Aliens bis zu sowjetischen Waffentests reichen, gibt es aber zuhauf. Eine Studentin stellt ein fünfköpfiges Team zusammen, mit dem sie eine Dokumentation über den Vorfall drehen will. Die Gruppe besteigt den Berg und macht schon bald eine erstaunliche Entdeckung: Eine Luke, die unter Schnee verborgen ist.

Harlin nutzt zwei der zahlreichen Theorien zum Thema – Außerirdische und sowjetische Geheimtests. Er setzt auf das Spekulative und damit auch auf das Faszinierende. Möglich ist dies, weil es einige Ungereimtheiten in Bezug auf die Todesfälle auf diesem Berg gibt, die sich zwar teilweise rational erklären lassen, aber eben nicht ganz und gar der Logik folgen. In seinem Film kümmert er sich ohnehin nicht darum, mehr interessiert den Finnen, das Phantastische in den Mittelpunkt zu rücken.

Der Ansatz des Dokumentarfilms, aber auch die besonders zum Ende hin ausufernde Wackelkamera erinnert nicht von ungefähr an Blair Witch Project. Beide Filme folgen einem sehr ähnlichen Muster, Harlins Werk hat aber insofern die Nase vorn, als die Schauspieler überzeugender agieren. Darüber hinaus hat er ein Skript, das größer denkt, denn obschon der Film dem Zuschauer bei weitem nicht alles vorgekaut einflößt, vermeidet er es doch, nach all dem Fragen aufwerfenden Hokuspokus einfach eine Antwort schuldig zu bleiben. Er zeigt, was im Verborgenen lebt, ganz anders als beispielsweise Blair Witch Project.

Die hinter den Ereignissen steckende Technologie erklärt Harlin nicht und die Bezüge zum Philadelphia-Experiment sind vage, wenn nicht gar völlig unnötig, aber am Ende führt er zum Anfang zurück. Der Kreis schließt sich, womit The Devil’s Pass weit stimmiger und befriedigender ist, als es bei Filmen dieses Formats häufig der Fall ist.

The Devil's Pass

Die besten Geschichten erzählt das Leben. Wenn es aber das Ende vorenthält oder schlichtweg keine befriedigende Erklärung zulässt, warum etwas auf eine bestimmte Art geschehen ist, dann schreit das nach fiktiver Interpretation. Das gilt auch für Renny Harlins neuen Film „The Devil’s Pass“, der einen Erklärungsversuch startet, was mit der Dyalkov-Expedition im Jahr 1959 wirklich passiert ist.
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