The Crow: Wicked Prayer

The Crow: Wicked Prayer

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Crow die vierte

Vor gut fünf Jahren lieferte Regisseur Tim Pope mit The Crow – Salvation eine noch immer gutartige Variation des immer wiederkehrenden Themas des The Crow-Kosmos. Doch schon mit der ersten Fortsetzung City of Angels von 1996 war zu dem Thema alles gesagt worden. Anscheinend wollen die Produzenten den The Crow-Mythos zu einer Endlosserie im Sinne von Halloween und Freitag der 13. spinnen (ganz abzusehen von der kurzlebigen Fernsehserie Mitte der 90er).
Vorliegender The Crow — Wicked Prayer ist also Teil Vier der Reihe und bietet neben einem neuen Hauptdarsteller wenig Veränderung. Es scheint, dass mit den Einnahmen auch die Budgets der Filme immer niedriger werden. In The Crow — Wicked Prayer hat sich der ehemalige Hoffnungsträger des amerikanischen 90er Jahre-Kinos, Edward Furlong, das „Trauriger Clown“-Make up aufgelegt. Furlong startete 1991 mächtig durch, als er von der Strasse weg für Terminator 2 – Tag der Abrechung gecastet wurde. Drogen- und Alkoholsucht ließen ihn jedoch schon nicht mehr für Terminator 3 – Rebellion der Maschinen in Frage kommen. Weiter sind mit Tara Reid (American Pie, Alone in the Dark) und David Boreanaz (Buffy, Angel) zwei Jungstars der Stunde anwesend. Leider machen sie The Crow — Wicked Prayer auch nicht besser. Als Stilbruch kann man die Verlagerung der Handlung bezeichnen. Waren in den Vorgängern noch verregnete, gotisch angehauchte Häuserschluchten die Spielwiese, wurde nun staubige Wüstendlandschaften entdeckt. Dies nimmt natürlich das letzte bisschen der ursprünglich düsteren Grundstimmung.

Die Bikergang „Four Horsemen“ entführt Jimmy (Edward Furlong) und seine Freundin Lily (Emmanuelle Chriqui), um sie bei einem Ritual zu opfern. Nach getaner Arbeit kehrt Jimmy als titelgebende Krähe zurück und führt einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen das Satanistenpärchen und die „Horsemen“…

Das Problem von The Crow — Wicked Prayer (und des The Crow-Franchise allgemein) ist, dass die Story von Film zu Film nur leicht variiert wird. Konnte City of Angels noch mit neuen, optischen Ideen glänzen, war das Budget bei Teil 3 schon so beschnitten, dass offenkundig nur noch wenige frische Ideen eingestreut wurden. War das Original noch originell und von seinem charismatischen Hauptdarsteller Brandon Lee dominiert (der ja während der Dreharbeiten tragischerweise erschossen wurde), ist The Crow — Wicked Prayer leider nur der laue Aufguss, den man erwartet. Und Edward Furlong kommt als Titelheld rüber wie ein abgehalfterter Krusty der Clown direkt aus den Simpsons.

Routiniert von Musikvideo-Regisseur Lance Mungia gefilmt und ordentlich in seinem Fluss, ist es also vor allem die wiedergekäute Story, die stört. Von seinem Regisseur wird man sicher noch hören, wenn The Crow — Wicked Prayer schon lange in Vergessenheit geraten ist.

The Crow: Wicked Prayer

Vor gut fünf Jahren lieferte Musikvideo-Regisseur Tim Pope mit The Crow – Salvation eine noch immer gutartige Variation des immer wiederkehrenden Themas des The Crow-Kosmos.
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