The Contractor - Doppeltes Spiel

The Contractor - Doppeltes Spiel

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Es ist ein Phänomen, das immer wieder Action-Stars betrifft: Ist der Stern erst einmal soweit verblasst, wird im Akkord direct-to-video produziert, als gäbe es kein Morgen. Dolph Lundgren hat es ereilt, Steven Seagal und natürlich Jean Claude Van Damme. Aber richtig erwischt hat es Wesley Snipes. Doch der hat nicht nur Actioner gedreht, sondern auch die gutklassigen, "anspruchsvollen" Filme One Night Stand und Mord im Weißen Haus. Nicht zu vergessen sein erster großer Treffer New Jack City. The Contractor ist nun einer seiner aktuelleren Filme, die offensichtlich nicht nach dem Drehbuch ausgesucht wurden, sondern aufgrund des Gehaltsschecks. Doch es ist sicher einer von Snipes besseren Filmen, was nicht zuletzt an dem deutschen Regisseur Josef Rusnak liegt, der 1999 mit The 13th Floor einen kleinen Genreklassiker des Sci-Fi-Genres ablieferte. Dass die beiden gut miteinander auskamen, beweist ihre zweite Zusammenarbeit im Anschluss mit Art of War II.
James Dial (Wesley Snipes) ist der beste Scharfschütze des CIA – und im Ruhestand. Denn James ist traumatisiert, da er bei einem Einsatz versagt hat und einen der schlimmsten Terroristen laufen lies. Als er die Chance bekommt, dem einst Geflohenen den verdienten Fangschuss zu verpassen, kehrt er für einen letzten Job zurück. Nun denn, es kommt wie es meistens kommt: Der Auftrag ist eine Falle und fortan befindet sich James Dial zwischen den Fronten und auf der Flucht. Einzig eine vernachlässigte Teenagergöre hilft ihm, aus diesem Schlamassel heraus zu kommen.

Die Story: ein Klassiker. Die Action: routiniert. Die Umsetzung: für direct-to-video gut. Wesley Snipes in einem Man on the run-Film. Ein Mann, der mittlerweile ein eigenes Genre hat: Snipes on the run. BÄMM! Waren die 1990er das Jahrzehnt des Wesley Snipes – hier seien nur Die Wiege der Sonne (an der Seite von Sean Connery), Demolition Man (mit Sylvester Stallone), Auf der Jagd (auf der Flucht vor Tommy Lee Jones) und Blade (Stephen Dorff) genannt, ging es im Folgenden stetig bergab. 7 Seconds, The Marksman, Detonator... Die Liste von Snipes' Rohrkrepierern ist lang. Einzig Blade 2 und 3 kamen noch ins Kino. Doch nicht nur filmisch ging es bergab...

2005 und 2006 kam es zu zwei Prozessen. Letzterer nötigte Snipes wohl dazu, immer mehr Billigheimer zu drehen: 2005 klagte Snipes gegen New Line Cinema, die Blade: Trinity produziert hatten. Snipes war der Meinung, dass man zu Gunsten seiner Co-Stars Ryan Reynolds und Jessica Biel seine screen time beschnitten habe. 2006 ging es wegen Steuerbetrugs vor Gericht, weswegen Snipes seit Dezember 2010 im Gefängnis sitzt. Seit 2010 halten sich also die Wesley Snipes-Vehikel in Grenzen.

Lohnt es sich nun The Contractor zu schauen? Jain. Eine ähnliche Geschichte gab es beinahe zeitgleich mit dem Mark Wahlberg-Film Shooter, der teurer und definitiv besser ist. Doch wie bereits erwähnt; The Contractor ist ein gutklassiker Action-Film, der zwar Längen hat, aber auch mit Lena Headey (300, Terminator: The Sarah Connor Chronicles, Broken) und Charles Dances (Alien 3, Ironclad) toll besetzte Nebenrollen besitzt. Kann man sehen, als Action-Fan erwartet einen aber nichts Neues.

The Contractor - Doppeltes Spiel

Es ist ein Phänomen, das immer wieder Action-Stars betrifft: Ist der Stern erst einmal soweit verblasst, wird im Akkord direct-to-video produziert, als gäbe es kein Morgen. Dolph Lundgren hat es ereilt, Steven Seagal und natürlich Jean Claude Van Damme. Aber richtig erwischt hat es Wesley Snipes.
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