The Call

The Call

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Wenn der Tod anruft

Regisseur Takashi Miike ist eine gestandene Größe, was den asiatischen Filmmarkt angeht. Und auch außerhalb dieser Grenzen eilt ihm sein Ruf als radikaler und blutrünstiger Filmemacher voraus. Mit The Call hat er sich aber leider nicht mit Blut, äh Ruhm bekleckert…
Die Clique um die süße Yumi reduziert sich zusehends, da einer nach dem anderen Opfer eines seltsamen Phänomens wird: Das spätere Opfer erhält auf dem Handy einen Anruf aus der Zukunft, in dem es seinen eigenen Tod mitbekommt, der während des Telefonats stattfindet. Dank der genauen Zeitansage der Mailbox, weiß der Angerufene somit genau, wann er sterben wird. Klar, dass man durch Handy wegwerfen oder Vertragskündigung dem Tod nicht entkommen kann. Als Yumi fassungslos zusehen muss, wie ihre beste Freundin bei einer Liveshow im Fernsehen der Kopf abgerissen wird (der Höhepunkt des Films und wirklich bizarr umgesetzt), droht sie, den Verstand zu verlieren. Doch zuvor muss noch etwas anderes passieren: Yumi erhält selbst einen der unheimlichen Anruf…

Kompliziert? OK, der Rezensent hat heute nicht seinen Erklärertag. Er bittet um Verzeihung. The Call hat alles, was ein moderner Horrorshocker braucht: The Ring, fear.com, The Grudge, Final Destination … Nahezu jeder Horrorfilm der letzten Zeit wurde für die durchschnittliche Geschichte geplündert. Man sieht die Produzenten buchstäblich vor sich beim grübeln, was man nach Fernsehern, dem Internet, Gruselhäusern usw. noch nicht in einem Film verwurstet hat. Das The Call nicht völlig abschmiert, ist dem Können von Regisseur Miike zu verdanken, der seine Darsteller routiniert durch die löchrige Story geleitet. Ein Trost bleibt: Das amerikanische Remake wird sicher besser.

Höhepunkt des Films ist eindeutig die erwähnte Fernsehshow, in der noch einmal alles an Horrorreferenzen aufgefahren wird. Leider ist dies nicht das Ende und Miikes einziger Moment des Triumphs über das schwache und konstruierte Drehbuch. Es folgt noch ein Showdown in einem verlassenen Krankenhaus mit einer halbverwesten Leiche und einem Ende, dass der Rezensent nicht versteht. Aber ist ja auch nicht sein Tag.

The Call

Regisseur Takashi Miike ist eine gestandene Größe, was den asiatischen Filmmarkt angeht. Und auch außerhalb dieser Grenzen eilt ihm sein Ruf als radikaler und blutrünstiger Filmemacher voraus.
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