The Borderlands

The Borderlands

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Was lauert unter der Kirche?

The Borderlands wurde von „Fangoria“ als die Speerspitze des Found-Footage-Genres gefeiert. Auf Festivals begegnete man dem Film mit allerhand Wohlwollen. Generell gibt es viele positive Stimmen zu dieser britischen Produktion. Allein, mehr als Durchschnitt ist auch hier nicht geboten. Es wird weniger gewackelt, das ist ein Vorteil, dafür gibt es ein Ende, das – wenn man genauer drüber nachdenkt – keinerlei Sinn ergibt.
In einer alten, abgelegenen Kirche mitten in der Provinz kommt es zu mysteriösen Zwischenfällen, weswegen der Vatikan ein Ermittlerteam schickt, das mit Kameras alles dokumentiert. Die Ermittler glauben eigentlich, dass der psychisch angegriffene Priester hinter den scheinbar übernatürlichen Phänomenen steckt, doch je länger sie sich in der Kirche und der Umgebung aufhalten, desto mehr sind sie überzeugt, dass etwas Böses hier am Werk ist.

Man kann The Borderlands wie fast alle Found-Footage-Filme so zusammenfassen: In den ersten 80 Minuten passiert nicht viel, dann kommt der übernatürliche Schrecken. Es ist, wie es immer ist. Am Interessantesten sind die letzten Minuten, und das bei einem Film, der dabei so weit übers Ziel hinausschießt, dass er sogar die eigene Logik Lügen straft. Ohne ins Detail gehen zu wollen, sei nur gesagt: Nach diesem Ende ist es praktisch unmöglich, dass jemand die Kamera-Headsets der Hauptfiguren finden kann. Das Finden des Found Footage ist darum ad absurdum geführt.

Zugutehalten kann man dem Film, dass er sich nicht in ewigen Wackelorgien ergeht. Ganz flüssig ist das aufgenommene Material natürlich nicht, aber in der Regel kann man gut erkennen, was zu sehen sein soll. Ein paar atmosphärische Szenen gelingen, vor allem in der Kirche, die als Ambiente mal eine neue Farbe ins Subgenre bringt. Dazu kommt, dass der Film sogar ein bisschen Humor besitzt, der sich aus der Interaktion der beiden ungleichen Hauptfiguren ergibt. Hier hätte man Gefahr laufen können, dass sich das beißt, doch es funktioniert.

Man ist auch milde daran interessiert, was es denn nun mit den Geschehnissen in der Kirche auf sich hat, aber zwischen den etwas spannenderen Momenten gibt es immer wieder viel zu viel Leerlauf. Man hätte das Ganze auch deutlich komprimieren können, aber dann wäre es ja ein Kurzfilm geworden. The Borderlands macht nicht wirklich viel falsch, er macht nur leider auch keine Anstalten, den eng gesteckten Grenzen der Found-Footage-Formel zu entkommen. Letzten Endes wird der Film damit zur Dutzendware. Futter für Genre-Allesseher, mehr aber wirklich nicht. Daran ändert auch das euphorische Abfeiern von „Fangoria“ und Konsorten nichts.

The Borderlands

„The Borderlands“ wurde von „Fangoria“ als die Speerspitze des Found-Footage-Genres gefeiert. Auf Festivals begegnete man dem Film mit allerhand Wohlwollen. Generell gibt es viele positive Stimmen zu dieser britischen Produktion. Allein, mehr als Durchschnitt ist auch hier nicht geboten. Es wird weniger gewackelt, das ist ein Vorteil, dafür gibt es ein Ende, das – wenn man genauer drüber nachdenkt – keinerlei Sinn ergibt.
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