The Banquet

The Banquet

Ein mächtiges Kostüm-Fest

Inspiriert von der berühmten Shakespeare-Tragödie Hamlet hat der chinesische Regisseur Xiaogang Feng einen pompösen Film inszeniert, dessen Dramaturgie im Stil einer Oper angelegt ist. The Banquet / Yè Yàn präsentiert einen klassischen Stoff mit ebensolcher, klanggewaltiger Musik von Dun Tan, starken Darstellern und prächtigen Kostümen vor wunderschönen Kulissen. Die Handlung wird von ausführlichen und kunstvoll ausgeführten Tanz- und Kampfszenen flankiert, die das Themenspektrum von Macht, Liebe, Verrat und Herzschmerz mit großer Intensität zu vertiefen verstehen.
Im 10. Jahrhundert zur Zeit der Tang-Dynastie in China: Um selbst auf den Thron zu gelangen, lässt Li (You Ge) seinen Bruder den Kaiser ermorden und nimmt dessen Witwe Wan (Ziyi Zhang) zur Frau, die nun erneut Kaiserin ist. Kronprinz Wu Luan (Daniel Wu), der selbst einmal in die Gattin seines Vaters verliebt war und sich deshalb zurückgezogen der Kunst des Schauspiels widmet, kehrt in den Palast zurück, um den Tod seines Vaters aufzuklären. Doch sein Leben ist in Gefahr, denn sein Onkel muss den Prinzen ausschalten, um Kaiser zu bleiben, und die Kaiserin Wan tritt zwar energisch für ihn ein, doch auch ihre Position ist in Gefahr, und die so schöne wie kluge Monarchin hat mittlerweile gewaltiges Gefallen an der Macht gefunden. Es entspinnt sich ein dramatisches, grausames und von tiefen Empfindungen begleitetes Spiel um Macht und Liebe, denn der Kronprinz hat seine Zuneigung für Qing Nu (Xun Zhoe) entdeckt, deren Vater (Jingwu Ma) ein einflussreicher Minister im Palast ist und von der Kaiserin erpresst wird. Beim großen Bankett des Kaisers spitzen sich die verworrenen Entwicklungen zu …

Es ist vor allem die schillernde Figur der Kaiserin Wan, hervorragend verkörpert von Ziyi Zhang, die mit all ihren Sehnsüchten und Machtgelüsten, aber auch mit ihren Ängsten und Abgründen im Fokus der Geschichte steht. The Banquet thematisiert darüber hinaus soziale Konflikte jener turbulenter Zeiten im historischen China auf allen Ebenen, zeichnet Intrigen sowie emotionale Verwicklungen nach und beschäftigt sich mit der Einsamkeit des Menschen innerhalb der gesellschaftlichen Verwirrungen: „Kein Mensch kann von einem anderen verstanden werden, sonst gäbe es die Einsamkeit nicht mehr“, sinniert der melancholische Prinz, der sich so gern hinter Masken verbirgt, die im gesamten imposanten Kostüm-Spektakel beinahe ständig präsent sind.

Neben dem Hauptfilm umfasst die Edition eine zweite DVD mit umfangreichen Extras zur Entstehung und zum Hintergrund des Films, der wie ein stimmungsvoller Bilderreigen erscheint und von Regisseur Xiaogang Feng als ein einziges Bankett charakterisiert wird, in dessen Verlauf im Grunde alle Beteiligten zu Gefangenen dieser offziellen Festlichkeit werden. Trotz der aufwändigen, sorgfältigen Inszenierung und des gelungenen Farb- und Bilderrausches verbleibt der Film in seiner Länge und seiner ungewöhnlichen Dramaturgie an einer kunstvollen Oberfläche, deren verzögernde Distanz es dem Zuschauer schwer macht, gänzlich in die Geschichte einzutauchen. Bei allen positiven Ansätzen und wundervollen, starken Sequenzen bleibt The Banquet doch insgesamt ein mächtiges Kostüm-, Kampf- und Tanzfest, dessen Pracht und Choreographien jedoch vor allem für Fans des Genres sicherlich sehenswert sind.

The Banquet

China im zehnten Jahrhundert. Durch den Mord an seinem Bruder wird Li zum Kaiser und beansprucht damit nicht nur den Thron, sondern auch Wan, die junge schöne Witwe des früheren Herrschers, für sich.

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