Terror Trap - Uncut

Terror Trap - Uncut

Eine Filmkritik von Martin Beck

In der Falle

Das mit den Repacks bereits veröffentlichter Filme ist fast immer ein Fall für das Abzock-Gericht, und Terror Trap macht da nicht nur keine Ausnahme, sondern setzt sogar noch ein, zwei Schippen Frechheit drauf. Mit einem räudigen Mistfilm. Einem The Purge-mäßigen Cover. Einem „unrated“-Vermerk, der genausogut auf Paddington kleben könnte. Und einer überteuerten Mediabook-Verpackung, die als Mehrwert ein 12-seitiges Booklet, den Trailer und eine Bildergalerie bietet.
Das Label Infinity Pictures hat sich wohl auf solche Neuveröffentlichungen spezialisiert, und diese Verpackung ist ganz sicher notwendig, um überhaupt jemanden für den Film zu interessieren, doch trotzdem bleibt ein ganz muffiger Nepp-Geruch. Sind diese Mediabooks nicht eigentlich Werken vorbehalten, die a) eine gewisse Sammlerqualität besitzen und b) irgendwelche Extras auffahren können?

Beides ist hier nicht der Fall, und zurück bleibt eine ziemlich dreiste Kopie von Motel, der sich ja selbst schon ausgiebig bei filmischen Genrekollegen bedient hat. Ein bisschen Redneck-Staub, ein bisschen Torture-Porn und ein bisschen viel Siff-Motel, das ein argloses Ehepaar zu unfreiwilligen Hauptdarstellern in einem Snuff-Movie macht. Neu dabei ist, dass das Publikum gleich mit im Motel sitzt, und alt dabei ist alles andere. Wie zum Beispiel der schmierige Sheriff (Jeff Fahey). Die Anwesenheit von Michael Madsen. Oder das ulkige Zimmer, ausgestattet mit einem riesigen Spiegel und Blut an der Wand.

Aber nein, das ist schon okay, denkt sich das unsympathisch gezeichnete Ehepaar (David James Elliott und Heather Marsden) und nimmt gerne die kostenfreie Übernachtung in Anspruch. Der schmierige Empfangsbursche faselt noch etwas von „hier kommen kaum Fremde her“, dann kann das altbekannte Terrorszenario auch schon seinen Lauf nehmen. Bis schließlich irgendwann der Ehemann eine Waffe in die Hand bekommt und mit brachialer Selbstverständlichkeit alles umnietet. Eine Gegenwehr der Peiniger steht leider nicht im Drehbuch.

Terror Trap besitzt nicht einen Funken Originalität und verbreitet schon schnell dieses unbequeme Gefühl, dass da außer flachen Wiederkäugeräuschen nichts mehr kommen wird. Rip Offs können ja zumindest manchmal unterhalten, und sei es nur durch übertriebenen Splattermatsch, doch hier schienen sich alle Beteiligten auf ein schnelles Ende mit Minimaleinsatz geeinigt zu haben. Verdammt, nicht mal ein Rausschmeißer-Schock ist anwesend, stattdessen gibt’s nur noch elaborierte Erklärungen zu der „Organisation“.

Oh, wie interessant…und mindestens eine halbe Stunde zu spät. Regisseur und Drehbuchautor Dan Garcia ist nicht gerade die hellste Lampe in seinem Berufsfach, was auch daran zu sehen ist, dass hier nicht mal der einzige sinnvolle Rettungsanker geworfen wird: ein hemmungsloses Waten in Blut und Gedärmen. Weil, ist doch „unrated“. Was aber natürlich nur etwas bringt, wenn die Produktion mal irgendwann Geld für blutrote Druckbepumpung ausgegeben hätte.

In Terror Trap wird gestochen, geschossen und auch mal mit der Eisenstange ausgeholt. Nichts also, was nicht jeder anständige Tatort übertreffen würde, und schon gleich gar nichts für die Splatterfans, für die dieses Mediabook gedacht ist. Man hätte es eigentlich schon wissen sollen, als in den Credits Michael Madsen verdächtig weit vorne aufgetaucht ist. Der Mann nimmt einfach alles mit, ganz ähnlich zum Beispiel Tony Todd oder Danny Trejo, und nuschelt sich hier genauso lustlos durch wie in seinen letzten 98 Filmen. Terror Trap ist einfach eine traurige Angelegenheit, durch und durch.

Terror Trap - Uncut

Das mit den Repacks bereits veröffentlichter Filme ist fast immer ein Fall für das Abzock-Gericht, und „Terror Trap“ macht da nicht nur keine Ausnahme, sondern setzt sogar noch ein, zwei Schippen Frechheit drauf. Mit einem räudigen Mistfilm. Einem „The Purge“-mäßigen Cover. Einem „unrated“-Vermerk, der genausogut auf „Paddington“ kleben könnte. Und einer überteuerten Mediabook-Verpackung, die als Mehrwert ein 12-seitiges Booklet, den Trailer und eine Bildergalerie bietet.
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