Tender Mercies – Comeback der Liebe

Tender Mercies – Comeback der Liebe

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Ohne Schwulst und Pathos

Der deutsche Untertitel Comeback der Liebe klingt reichlich schwülstig und weckt falsche Bedenken. Kitsch bleibt weitgehend außen vor, es regieren etwas Pathos, glaubwürdige Charaktere und eine wunderschöne Story.
Robert Duvall spielt Mac Sledge, einen runter gekommenen Alkoholiker, der einst ein bekannter Countrysänger war. Das Leben hat ihn gezeichnet, sein Kumpel abgezockt – so wacht er eines Morgens in einer kleinen Absteige in Texas auf. Da er das Zimmer nicht bezahlen kann, fragt er die Motelbesitzerin Rosa Lee (Tess Harper), ob er seine Schulden abarbeiten könne. Er kann, unter der Voraussetzung, dass er nicht mehr trinkt. Zwei Monate später ist Mac immer noch da, hilft Rosa Lee und ihrem kleinen Sohn für zwei Dollar die Stunde im Motel und der angegliederten Tankstelle. Und: Er ist trocken.

Der wieder erwachte Lebenswille bringt Mac dazu, neue Songs zu schreiben und sein Leben auf Fordermann zu bringen. Und er hält um Rosa Lees Hand an. Als Macs Ex-Frau, eine noch immer sehr erfolgreiche Sängerin, in der nahe gelegenen Stadt auftritt, fährt Mac zur Show, um sich seiner Vergangenheit zu stellen und seine Tochter Sue Anne (Ellen Barkin) zu sehen. Doch seine Ex verbietet ihm jeden Kontakt, kennt sie doch nur den Säufer Mac. Schon will Mac wieder alles hinschmeißen, als ihn eine kleine Countryband bittet, mit ihnen eine Platte aufzunehmen…

Robert Duvall war so angetan von Horton Footes Drehbuch, dass er Tender Mercies co-produzierte, um den Film auf den Weg zu bringen. Zudem werden die Songs im Film von ihm selbst gesungen. Die Geschichte eines Mannes, der ganz unten angekommen ist und nur durch die Nächsten(-liebe) einer Frau wieder auf die Beine kommt, wurde 1983 für fünf Oscars nominiert. Duvall und Drehbuchautor Horton Foote konnten sie schließlich für ihre Arbeit einsacken.

Die DVD bietet guten Ton und ein akzeptables Bild. Hin und wieder sind Fussel zu sehen, doch das stört nicht weiter. Ein Making of gibt es auch. Dieses ist erfreulicherweise mit aktuellen Interviews unterschnitten, in dem die kreativen Köpfe hinter Tender Mercies ohne die übliche Lobhudelei zu Wort kommen. Das Duvall nicht damit hinter dem Berg hält, dass er mit Regisseur Bruce Beresford des Öfteren aneinander geraten ist, zeugt von angenehmer Entspanntheit mit sich selbst und dem Lebenswerk.

Tender Mercies – Comeback der Liebe

Der deutsche Untertitel Comeback der Liebe klingt reichlich schwülstig und weckt falsche Bedenken. Kitsch bleibt weitgehend außen vor, es regieren etwas Pathos, glaubwürdige Charaktere und eine wunderschöne Story.
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