Te3n

Te3n

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Indisch, aber ohne Tanz und Gesang

Es ist ein ungewöhnlicher Titel – und hat mit dem englischen Wort „teen“ rein gar nichts zu tun. Vielmehr ist es ein bengalisches Wort, das „drei“ bedeutet. Die Bedeutung für den Thriller ist dabei vielseitig interpretierbar, hat aber auch damit zu tun, wie viele Menschen nach dem Entführer eines kleinen Mädchens suchen.
Vor acht Jahren wurde die kleine Angela entführt und getötet. Seitdem sucht John nach dem Täter, während der damalige ermittelnde Inspektor Priester geworden ist. Niemand scheint sich mehr für diesen ungelösten Fall zu interessieren, aber John lässt nicht locker – und findet eine Spur, die direkt zum Täter führen könnte.

Te3n ist das indische Remake des koreanischen Thrillers Verjährung. Dabei hält sich die neue Version nahe an das Original – bis hin zum auf den ersten Blick interessanten, aber ultimativ hohlem Ende, das zwar einen netten Twist bietet, aber nicht kaschieren kann, dass die Logik ganz schön mangelhaft ist. Vieles passt in Te3n nicht zusammen, aber dafür wird man durch ein in weiten Teilen packendes Drama entschädigt.

Denn dieser Thriller funktioniert nicht nur über den Who-done-it-Aspekt, sondern vor allem auch über Amitabh Bachchans Darstellung, der den Großvater spielt, der niemals aufhört, nach Gerechtigkeit zu suchen. In seinen besten Momenten ist Te3n ein schmerzhaftes Drama, das sich mit einem Leben beschäftigt, das vollkommen zum Stillstand gekommen ist. John kann nicht mehr heilen, er will es auch nicht, für ihn gibt es nur noch eine Sache, die ihn weitermachen lässt, auch wenn er längst der letzte ist, der noch nach dem Mörder sucht. Bachchan spielt das mit subtiler Würde, mit einer schwermütigen Ausstrahlung, der man sich nicht entziehen kann. Er präsentiert das Porträt eines Mannes, der nur noch eine einzige Obsession hat.

Dabei gelingt es der Geschichte, den Schmerz, den ein plötzlich ausgelöschtes Leben auf alle davon Betroffenen hat, spürbar werden zu lassen. Es ist eine enorme Traurigkeit, die durch diesen Film wabert, die aber auch dazu beiträgt, dass man trotz des recht standardisierten Krimi-Plots bei der Stange bleibt, da man wissen will, wie diese Geschichte endet.

Gerade das Finale enttäuscht dann jedoch, da es zwar ein schöner Fall von poetischer Gerechtigkeit ist, die sich einer moralischen Verantwortung nicht entzieht, aber zugleich ist es auch an den Haaren herbeigezogen. Das Ende ist so, wie es ist, nicht stimmig, weil der ausgeklügelte Plan wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzen würde. Diese Schwäche teilt Te3n mit dem koreanischen Original. Und doch: sehenswert ist dieser Thriller allemal. Schon allein deswegen, weil man nur selten indische Filme sieht, die auf Tanz und Gesang verzichten können.

Te3n

Es ist ein ungewöhnlicher Titel – und hat mit dem englischen Wort „teen“ rein gar nichts zu tun. Vielmehr ist es ein bengalisches Wort, das „drei“ bedeutet. Die Bedeutung für den Thriller ist dabei vielseitig interpretierbar, hat aber auch damit zu tun, wie viele Menschen nach dem Entführer eines kleinen Mädchens suchen.
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