Tal der Wölfe

Tal der Wölfe

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Action-Trash

Mit den reißerischen Worten „Machen sie sich ihr eigenes Bild vom kontroversesten Action-Film der letzten Jahre“ wirbt der von Edmund Stoiber heftig kritisierte Tal der Wölfe. Sogar zu einem Boykott wurde aufgerufen; Kinos sollten den Film doch bitte nicht in ihr Programm aufnehmen. Das sind harte Worte und nach der Sichtung des Films von Serdar Akar fragt man sich zu Recht, ob dieser Aufruf eigentlich nötig ist. Politisch ist Tal der Wölfe tatsächlich ein zweischneidiges Schwert. Ein völlig unverhohlener Antisemitismus springt einen schon zu Beginn an, als ein jüdischer Arzt (Gary Busey) zwar einlenkt, als ein US-Soldat Unschuldige niedermetzelt. Jedoch nur, um kurz darauf zu erklären, dass er von Toten keine Organe entnehmen könne, um sie nach Amerika oder England zu verkaufen. Auch ist der Antiamerikanismus mehr als offensichtlich. Amerikaner werden – bis auf eine Ausnahme, die aber schnell von den eigenen Leuten ausgemerzt wird – durchgehend als Monster überzeichnet. Voller Muskeln und mit mächtigen Maschinengewehren ausgerüstet, töten sie ohne Gewissen, haben sogar Spaß daran.
Am 4.Juli 2003 durchsuchen amerikanische Soldaten den Unterschlupf einer türkischen Spezialeinheit und demütigen die Männer, in dem sie sie mit Säcken überm Kopf abführen. Einer der Türken begeht daraufhin Selbstmord, schildert jedoch vorher in einem Brief an seinen Freund Polat Alemdar (Necati Sasmaz) seine Beweggründe. Daraufhin reist Polat an, um sich die Lage genauer anzusehen. Schon bald ist klar, dass der örtliche amerikanische Befehlshaber Sam Marshall (Billy Zane) verantwortlich ist. Der Sadist hetzt Türken, Araber und Kurden gegeneinander auf, tötet wahllos Unschuldige und sorgt mit gezielten Entführungen dafür, dass der besagte jüdische Arzt Nachschub an menschlichen Organen bekommt. Man beschließt, Sam Marshall zu töten. Doch das ist nicht so einfach, wird der doch auf Schritt und Tritt von seinen Bulldozer-Soldaten eskortiert. Diverse Anschläge gehen schief, bis es zur finalen Konfrontation kommt…

Tal der Wölfe pendelt zwischen Hetzkampagne und tumber Action. Doch abgesehen vom politisch nicht gerade zimperlichen Rundumschlag, ist der Film eher unterdurchschnittliche Genrekost. Fans der beiden (bald drei) Rambo-Sequels werden sicher ihre Freude haben, fliegt hier doch immer wieder irgendwo etwas in die Luft oder werden Menschen durchlöchert. Wobei John Rambo zumindest im dritten Teil die Ironie entdeckt hat.

Leider ist die Regie ein ums andere Mal mit dem Inszenieren überfordert, sprich es fehlen Rhythmus und roter Faden. Im Grunde bekommt der Westen in diesem Film das zurück, was in zahlreichen Filmen wie Missing in Action und Rambo 2 und 3 vorexerziert wurde. Doch Tal der Wölfe funktioniert auch und vor allem auf der Trash-Ebene. Manche Schlägerei ist absolut lächerlich inszeniert und wenn Marshall mit einem Kinderchor die Europahymne anstimmt, während er auf einer Bombe sitzt, die gerade entschärft wird, muss man sich fragen, ob es vielleicht genau diese Szene war, die ihn zum Mitwirken an diesem Film brachte. Sicher ist, dass sich Gary Busey (Lethal Weapon, Predator 2) und Billy Zane (Ritter der Dämonen, Titanic) mit der Mitarbeit an Tal der Wölfe keinen Gefallen getan haben.

Tal der Wölfe

Mit den reißerischen Worten „Machen sie sich ihr eigenes Bild vom kontroversesten Action-Film der letzten Jahre“ wirbt der von Edmund Stoiber heftig kritisierte Tal der Wölfe.
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