Sympathy for Mr. Vengeance

Sympathy for Mr. Vengeance

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Rache war noch nie so süss

Starker Tobak von Kultregisseur Park Chan-Wook (Old Boy) wird hier geboten. Starker Tobak im Sinne der Erzählweise, nicht so sehr, was die Gewalt angeht. Hier gibt es zwar auch einige heftige Szenen, doch die sind für Genrekenner eher Durchschnitt.
Wie der Titel schon sagt, geht es um Rache. Und bis die zweite Hauptfigur eingeführt wird, Rächer Nummer 2 (Park Dong-jin), vergehen gut 30 Minuten. In denen wird dem Zuschauer die deprimierende Welt des taubstummen Ryu (Ha-kyun Shin) nahe gebracht. Der lebt mit seiner kranken Schwester in einer runtergekommenen Wohnung und arbeitet in einer Stahlfabrik. Um seiner Schwester ein Weiterleben zu ermöglichen, muss eine neue Niere her. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Das Krankenhaus will von Mittellosen nichts wissen. Über Organhändler soll das kostbare Stück schließlich besorgt werden. Für den Deal mit den Gangstern opfert Ryu nicht nur eine seiner eigenen Nieren, sondern alles Geld, das er besitzt. Prompt wird er gelinkt und steht ohne seine Ersparnisse und ohne Niere(n) da. Mit seiner Freundin Cha (Du-na Bae) beschließt Ryu nun, die kleine Tochter seines Bosses zu entführen, um an das benötigte Geld fürs Krankenhaus zu kommen. Geht Anfangs noch alles überraschend reibungslos, eskaliert der Rest: Bei einem Unfall stirbt die kleine Geisel. Und das Drama nimmt seinen Lauf…

Überraschend langsam, ja bedächtig, erzählt Park Chan-Wook seine Racheballade. Optisch ein Traum, bietet Sympathy for Mr. Vengeance kein aufbrausendes Action-Kino. Hier wird Einsamkeit und Isolation zelebriert. In tristen, deprimierenden Bildern, die immer mal wieder durch absurden Humor aufgebrochen werden. Es ist anstrengend, dem Film zu folgen, wenn man nicht wirklich auf die Erzählweise vorbereitet ist. Man erwartet Slayer und es ertönt Saint Vitus oder eine andere Doom-Metal-Band. So lässt es sich wohl am besten umschreiben, dass Dilemma, in dem Sympathy for Mr. Vengeance steckt. Wer auf die Park Chan-Wook-Filme Old Boy und Lady Vengeance steht, wird mit Sympathy for Mr. Vengeance sicher auf dem Richtigen Kurs sein. Alle anderen müssen wissen, was sie tun. Leichte Unterhaltung für nebenbei ist etwas anderes. Große Filmkunst ist Sympathy for Mr. Vengeance aber in jedem Fall.

Die DVD kommt als schickes Doppel-Digipack mit reichhaltiger Bonus-Disc und informativem Zusatzmaterial.

Sympathy for Mr. Vengeance

Starker Tobak von Kultregisseur Chan-Wook Park (Old Boy) wird hier geboten. Starker Tobak im Sinne der Erzählweise, nicht so sehr, was die Gewalt angeht.
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