Sylvia

Sylvia

Eine Filmkritik von Michael Spiegel

Selbstzerstörung als Weg

Cambridge, 1956: die Amerikanerin Sylvia Plath (Gwyneth Paltrow), Studentin an der renommierten Universität und akademisches Wunderkind, trifft bei einem kleinen poetischen Zirkel auf den gutaussehenden Briten Edward „Ted“ James Hughes (Daniel Craig). Die beiden tragen sich leidenschaftlich Gedichte vor und verlieben sich ineinander. Die Liebe, die entsteht, ist groß, bald schon folgt die Heirat und der Umzug nach Amerika. Dort erfährt Ted beim Besuch ihrer Mutter Aurelia (Blythe Danner) von vergangenen Selbsttötungs-Versuchen Sylvias - eine erste Warnung, die sich schon bald in der großen Labilität und Sensibilität seiner Frau bestätigt. Denn als Sylvia unter einer ernsten Schreibblockade leidet, während er gleichzeitig als Poet einen Erfolg nach dem anderen feiert, gerät sie immer tiefer in eine Abwärtsspirale aus Eifersucht, Melancholie, Zerstörungswut und tiefster Depression, die sie schließlich bis zur Selbstaufgabe führen wird. Zuvor aber als tiefe Inspiration für immer neue und großartige Werke dient. Wundervolle Lyrik als Katalysator des Leids entsteht, das „Graue“ als außergewöhnliche Botschaft für alle zukünftigen Generationen ...

Willkommen in der Welt der leidenschaftlichen Poesie, der glühenden Romantik, aber auch der Kälte und Nacktheit einer alles beherrschenden Niedergeschlagenheit. Sylvia, eine (nicht vollständige) Biografie für Interessierte und Kenner der Poetin Sylvia Plath, besticht durch eine bildgewaltige Sprache, die faszinierenden Metapher und insbesondere durch die schauspielerische Ausnahmeleistung von Gwyneth Paltrow, die hier die eindringlichste Darstellung ihrer Karriere abliefert. Das beängstigende, tragische Kammerspiel kommt dabei ausnehmend britisch, aber auch bedrückend daher, so dass man am Ende das Kino schockiert, aber auch immens berührt verlässt. Ein zutiefst beeindruckender Film - für alle tiefe Seelen unter den Kinobesuchern ausgesprochen empfehlenswert.
 

Sylvia

Cambridge, 1956: die Amerikanerin Sylvia Plath (Gwyneth Paltrow), Studentin an der renommierten Universität und akademisches Wunderkind, trifft bei einem kleinen poetischen Zirkel auf den gutaussehenden Briten Edward „Ted“ James Hughes (Daniel Craig).

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