Super Size Me (2004)

Super Size Me (2004)

Das große Fressen

Wie is(s)t es, vier lange Wochen nur und ausnahmslos bei McDonald’s zu speisen? Frühstück, Mittag- und Abendessen? Dabei gelten harte Regeln: Jedes Gericht, das auf der Karte steht, muss mindestens einmal gegessen werden. „Super Sizing“ der Menüs nur dann, wenn am Counter danach gefragt wird (wird es meistens). Und: Aufessen ist Pflicht!

Doch bevor Regisseur Morgan Spurlock am eigenen Leib erfahren will, welche Auswirkungen dies auf seine eigene Gesundheit hat, spricht er von harten Fakten. Zunächst zu McDonalds: täglich 46 Millionen Kunden bei 30.000 Restaurants weltweit (83 davon allein in Manhattan), in den USA selbst in Krankenhäusern vertreten. Er untersucht die Geschäftspolitik der Kette, die sich in ihrem Sortiment ganz besonders an Kinder wendet, beschreibt den Trend zum „Super Size“ und und und … Aber auch Fakten über unterstützende Systeme, die das „toxische Umfeld“, in dem sich der Konsument seiner Ansicht nach befindet, unterstützt. Er untersucht das Gehabe der US-Nahrungsmittelindustrie samt der mangelhaften Verpflegung von Kindern an den Schulen, vergleicht das exorbitante Budget der Werbeindustrie mit dem minimalen der Gesundheitsvorsorge, verweist auf das rapide Anwachsen von Übergewichtigen und die Verdoppelung der Kosten für Diabetes-Behandlungen in den USA in den letzten 5 Jahren und und und …

Doch erst der Selbsttest von Regisseur Morgan Spurlock, der die sorgsam recherchierten Fakten nun mit subjektiven Erfahrungen verbindet, machen diese Fakten wirklich greifbar, machen sie persönlich, weil sie direkt sind und einem nicht unberührt lassen. Denn was selbst Ärzte nicht für möglich gehalten haben geschieht: ein nachweislich gesunder Menschen bringt sich mit einer ausschließlichen Ernährung bei McDonalds in ernsthafte gesundheitliche Schwierigkeiten! Von Depressionen, Antriebslosigkeit und nachlassendem Libido einmal ganz abgesehen. Und 13 Kilo Gewichtszunahme innerhalb von vier Wochen sind auch kein Pappenstiel.

Befragungen von Anwälten, Interviews, Animationen, erschreckende Einzelinfos (wie werden eigentlich Mc Nuggets hergestellt?!) runden diese erstaunliche Reise durch das Fast Food Paradies Amerika ab. Man mag dem Experiment vorhalten, dass es sehr extrem sei – allerdings ging es dem Regisseur wohl weniger um eine Verurteilung von McDonalds per se, sondern nimmt das Unternehmen als Beispiel für ein rigoroses Spiel aus Geld und Macht, das es grundlegend zu ändern gilt. Das dabei bei aller Aufklärung die Unterhaltung und der Spaß in Super Size Me nicht zu kurz kommt, lässt ihn doppelt punkten.

Super Size Me ist ein Film, der von Anfang an neugierig macht, ein Experiment, ein mutiger Selbstversuch, ein mit Details gespickter, aufschlussreicher und niemals langweiliger Dokumentarfilm zu einem Land, dessen Esskultur noch selten als herausragend beschrieben wurde. Ein Film, der definitiv Spuren beim Betrachter hinterlässt: dessen Bilder sich einbrennen und das eigene Konsumverhalten überdenken lassen.

Super Size Me (2004)

Wie is(s)t es, vier lange Wochen nur und ausnahmslos bei McDonald’s zu speisen? Frühstück, Mittag- und Abendessen? Dabei gelten harte Regeln: Jedes Gericht, das auf der Karte steht, muss mindestens einmal gegessen werden.

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