Stoned

Stoned

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Wer tötete Brian Jones?

Brian Jones gehört zu den ersten und prominentesten Opfern der Rockgeschichte. Der Gitarrist der Rolling Stones wurde am 3. Juli 1969 im Swimming Pool seines Landsitzes in Hartford in der Grafschaft Sussex tot aufgefunden. Die offiziellen Berichte vermuteten Tod durch Ertrinken, Jones soll dabei unter Drogeneinfluss gestanden haben. Wenige Wochen zuvor hatte Jones die Rolling Stones verlassen, um eine eigene Band zu gründen, doch es gibt auch die Version, dass die Stones ihren Rhythmusgitarristen rausgeworfen hätten, nachdem dessen Drogenprobleme immer schwerwiegender wurden.
1993 erschütterte das Geständnis des ehemaligen Architekten Frank Thorogood die Medienwelt für kurze Zeit, der auf dem Sterbebett bekannte, für Brian Jones Tod im Jahr 1969 verantwortlich zu sein – und geriet schnell wieder in Vergessenheit. Die Version vom tragischen Unfalltod durch Drogen und ein schnelles Leben fügte sich einfach besser in die Reihe anderer toter Rock-Heroen wie Janis Joplin, Jimi Hendrix und Jim Morrison, die allesamt unter ähnlichen Umständen aus dem Leben schieden. Und bis heute ist nicht wirklich klar, was in jener Nacht geschah, in der Brian Jones wenige Tage nach seinem Rauswurf bei den Rolling Stones starb.

Der Regisseur Stephen Woolley hat das rätselhafte Geständnis Thorogoods ernst genommen und rekonstruiert in seinem Film Stoned die letzten Wochen und Monate im Leben eines Rockstars – zumindest so, wie sie hätten sein können, falls das Bekenntnis des Architekten der Wahrheit entsprochen hätte. Für den naiven und bodenständigen Thorogood (Paddy Considine) ist die Arbeit auf dem Landgut des exzentrischen Rockstars (Leo Gregory) eine fremde Welt, in der er immer wieder zum Narren gehalten, frustriert und erniedrigt wird, bis sich schließlich seine Frustrationen in der behaupteten Tat entladen, doch selbst dieser Mord im Affekt kann sein Gleichgewicht nicht mehr herstellen.

Wer sich von dem Film eine Art Biopic über Brian Jones verspricht, dürfte enttäuscht werden, denn Stoned konzentriert sich beinahe mehr auf den \"Mörder\", der so gar nicht in die glamouröse Welt des Rockbiz hineinpasst. Der Film will aus dem Kontrast zwischen dem gefallenen Engel Jones und dem ganz und gar \"normalen\" Thorogood seine Spannung beziehen, doch genau das gelingt ihm nur ansatzweise. Zwar spürt der Zuschauer sofort, dass die Verbindung zwischen den beiden von jener Beschaffenheit ist, die ein schlechtes Ende vorhersehbar macht, doch am Schluss bleibt das schale Gefühl, dass der Film beiden Personen nicht gerecht wird – dem Mörder ebenso wenig wie dem Rockstar. Und das ist dann doch ein wenig schade.

Stoned

Brian Jones gehört zu den ersten und prominentesten Opfern der Rockgeschichte. Der Gitarrist der Rolling Stones wurde am 3. Juli 1969 im Swimming Pool seines Landsitzes in Hartford in der Grafschaft Sussex tot aufgefunden.
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Meinungen
Holger Ostrowski · 21.11.2006

nur was für eingefleischte Stonesfans.
manche Stellen sind sehr langatmig.

Kommentare

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