Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben

Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben

Eine Filmkritik von Peter Osteried

McClane gegen russische Schweinebacken

Am Ende fragt Jack seinen Vater, ob er eigentlich immer nach Ärger sucht oder ob dieser ihn einfach von selbst findet. Eine Antwort hat der alte McClane darauf auch nicht parat. In Hinblick auf den fünften Teil des Films muss man aber wohl von ersterem ausgehen. Immerhin ist McClane diesmal nicht zur falschen Zeit am falschen Ort. Er begibt sich schnurstracks ins Epizentrum des Ärgers.
John McClane (Bruce Willis) fliegt nach Moskau, weil sein Sohn Jack (Jai Courtney) dort wegen Mordes angeklagt ist. Doch tatsächlich ist Jack nur Teil einer CIA-Operation, die das Ziel hat, den inhaftierten Komarov (Sebastian Koch) zu befreien, der Beweise hat, die einen gefährlichen Politiker stürzen könnten. Der Befreiungsversuch schlägt fehl und schon bald müssen die McClanes ums Überleben kämpfen, nichtsahnend, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht so klar abgesteckt sind, wie sie dachten.

Der fünfte Teil ist mit einer Laufzeit von knapp über 90 Minuten der kürzeste der Reihe. Im Grunde mag das für einen Actionfilm ausreichen, aber auch nur dann, wenn man nichts zu erzählen hat und stattdessen Genre-Standards abspult. Genau das macht auch John Moore mit seinem Film, denn Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben ist wenig mehr als ein Gerippe, dem das Fleisch fehlt. Die Knochenstruktur sind gut gemachte Actionsequenzen, bei denen häufiger, ganz Old School, auf Handgemachtes gesetzt wird, das Fleisch sind die fehlenden Charaktermomente. Als solche müssen wohl die Szenen gelten, in denen John und Jack sich wieder anfreunden, weil der Sohn irgendwie auf den Vater stinkig ist. Das wirkt behauptet, nie aber glaubwürdig. Es ist ein Drehbuch-Mechanismus, der mit dem Zuschauer emotional eine Verbindung aufbauen soll. Aber es klappt nicht: Wenn nicht geschossen und gerannt wird, dann verfällt Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben ins Wachkoma.

Die gut gemachten Action-Sequenzen, besonders die Verfolgungsjagd in Moskau, sind nicht bahnbrechend, von Routinier Moore jedoch adäquat umgesetzt. Das größte Problem des Films ist indes, dass er – wie schon seine beiden Vorgänger – nur noch wenig mit dem gemein hat, was Stirb Langsam überhaupt ausmacht. Zwar ließe sich die Formel der ersten beiden Teile aufgrund dessen, dass Epigonen schon allerhand isolierte Örtlichkeiten abgegrast haben, nur schwer erneut variieren, dringend notwendig wäre es aber dennoch. Andernfalls gerät John McClane nur zu einem x-beliebigen, austauschbaren Action-Helden, der seine beste Zeit auch schon lange hinter sich hat.

Bruce Willis erklärte, er möchte gerne noch einen finalen, sechsten Film der Reihe drehen. Vielleicht sollte man den Realismus dann ganz über Bord werfen und es Horror-Heroen wie Pinhead und Jason gleichtun: Stirb Langsam im Weltraum. Das wäre doch mal was, oder?

Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben

Am Ende fragt Jack seinen Vater, ob er eigentlich immer nach Ärger sucht oder ob dieser ihn einfach von selbst findet. Eine Antwort hat der alte McClane darauf auch nicht parat. In Hinblick auf den fünften Teil des Films muss man aber wohl von ersterem ausgehen. Immerhin ist McClane diesmal nicht zur falschen Zeit am falschen Ort. Er begibt sich schnurstracks ins Epizentrum des Ärgers.
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Meinungen
brein okoner · 09.03.2013

der beste film der welt

mr. bean · 09.03.2013

voll krass jung

Kommentare

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