Step Up

Step Up

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

Jede zweite Chance beginnt mit einem ersten (Tanz-) Schritt

Schwerer Junge trifft leichtes Mädchen, oder besser: leichtfüßige Tänzerin: Tyler (Channing Tatum), seines Zeichens gelernter Street-Dancer, Draufgänger und Autoklauer aus einer sozial schwächeren Vorstadtgegend von Baltimore steigt nachts mit seinen Freunden Miles (R&B-Superstar Mario) und dessen jüngerem Bruder Skinny (De’Shawn Washington) in eine altehrwürdige Ballettschule ein, um übermütig die Bühnenrequisiten zu zerlegen. Ein Vergehen, das ihm vor Gericht 200 lange Stunden Sozialarbeit einbringt. Ausgerechnet am Tatort muss der sympathische aber lustlos wirkende Rebell seine Strafe am anderen Ende der Stadt abarbeiten. Zunächst will er mit den in seinen Augen eingebildeten Studenten der renommierten Fakultät nichts zu tun haben, doch dies soll sich schlagartig ändern, als er die ebenso begabte wie faszinierende Primaballerina Nora (Jenna Dewan), den Star der Schule, trifft.
Der Zufall spielt mit, zumal die intelligente Probandin aus sehr gutem Hause für ihre wichtige Abschlussprüfung verzweifelt nach einem neuen Tanzpartner sucht; der soll auch fähig ist, sie zu hochzustemmen. Ausgerechnet im Enfant Terrible Tyler findet sie das würdige Pirouetten-Pendant. Nora beherrscht die Klassik, Tyler den "Street-Step". Und trotz, oder gerade weil sie so unterschiedlicher Herkunft sind, kommen sich allmählich mit jeder Drehung, jedem Takt und jedem Rhythmus der Musik näher. Aber da sind noch seine alten Freunde von der Straße, die Tyler vor die Wahl stellen: Bühne oder Bronx? Bald wird Tyler nicht nur Nora, sondern auch sich selbst beweisen müssen, was ihm steckt, vor allem aber, wie er ein völlig neues Leben beginnen kann. Die tödlichen Schüsse einer rivalisierenden Gang auf den halbwüchsigen Skinny werden für alle Beteiligten zur dramatischen Bewährungsprobe…

Wie heißt es so schön im thematisch ähnlichen Dance!-Titel? "Jeder Traum beginnt mit dem ersten Schritt." Und mit traumhafter Parkett-Sicherheit vereint Choreographin Anne Fletcher (Die Eisprinzessin) die verschiedenen Handlungsstränge letztlich zu einem äußerst sympathischen wie extrem kurzweiligen Film: Es spiegelt sich der Enthusiasmus von Flashdance, die Erotik des Dirty-Dancing-Märchens, der unerschütterliche Wille eines Billy Elliot, vor allem aber die soziale Botschaft aus 8 Mile in vielschichtigen Versatzstücken wieder.

Step Up

Schwerer Junge trifft leichtes Mädchen, oder besser: leichtfüßige Tänzerin.
  • Trailer
  • Bilder

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.