Splinter

Splinter

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Das beliebteste Szenario des Horrorfilms / Thrillers war schon immer und wird wohl auch immer bleiben; der verlassene Ort, ein zusammengewürfelter Haufen Fremder und die fremdartige Bedrohung von außen. Oft variiert, selten so gut wie in Carpenters Assault – Anschlag bei Nacht durchexerziert, der wiederum ein Quasi-Remake von Howard Hawks Rio Bravo war. Regisseur Toby Wilkins zieht viele Register, um Grauen und Spannung zu erzeugen. Die meisten davon wurden schon oft bemüht, doch es gibt sowieso kaum ein Genre, dass so von Variation lebt, wie der Horror. Splinter bietet nicht viel Neues, dies aber gekonnt und unterhaltsam.
Biologe Seth (ein herrlich nerdiger Paulo Costanzo, Road Trip) und seine Freundin Polly (sympathisch: Jill Wagner, Blade – Die Serie) wollen campen, kriegen aber das Zelt nicht aufgebaut. Man entscheidet sich spontan fürs Hotel. Gleichzeitig bleibt das Bonnie und Clyde mäßige Pärchen Dennis (Shea Whigham) und Lacey (Rachel Kerbs) mit ihrem Fluchtauto liegen. Flugs werden die Camper als Geiseln genommen und es geht Richtung Mexiko. Als es dämmert, erreicht man eine verwaiste Tankstelle, auf deren Toilette ein furchtbar entstellter Halbtoter herumliegt, der über und über mit seltsamen Stacheln gespickt ist. Schon bald beginnt eine bizarre Verwandlung: Der Mann zuckt mit sich immer wieder verdrehenden Gelenken auf die Neuankömmlinge zu, tötet Lacey und treibt die Überlebenden in die Räume der Tanke. Panik, Chaos. Seth versteht nach und nach, mit was man es zu tun hat. Eine Art Parasit, der sich via der Stacheln von Wirtskörper zu Wirtskörper bewegt. Und das Vieh – jetzt in Form von Lacey und bald darauf im Körper einer Highway Polizistin – will auch die anderen haben.

Der ehemalige Visual Effects Künstler Wilkins legt mit Splinter einen schnellen, gerne auch in den richtigen Momenten ekligen, kleinen Horrorbastard vor, der sich gewaschen hat. Da krabbeln abgetrennte Hände herum, Körper verformen sich zu grotesken Konstrukten (Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt dürfte hier öfters Pate gestanden haben) und das Blut gibt es im großen Kanister billiger. Doch die Effekte verkommen dankenswerterweise nicht zum Selbstzweck. Auch wurde wert auf gute Darsteller, plausible Charaktere, Atmosphäre und eine anständige Kameraführung gelegt. Fans des Genres brauchen nichts Revolutionäres erwarten, werden aber bestens bedient.

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Das beliebteste Szenario des Horrorfilms / Thrillers war schon immer und wird wohl auch immer bleiben; der verlassene Ort, ein zusammengewürfelter Haufen Fremder und die fremdartige Bedrohung von außen.
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