Spirit Trap

Spirit Trap

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Eher die DVD-Falle

Regisseur David Smith und seine Autoren Phil O’Shea, Rohan Candappa und Paul Finch bekleckern sich mit diesem rasch runtergekurbelten Gruselfilmchen wahrlich nicht mit Ruhm. Anscheinend war das auch nicht das Bestreben der Köpfe hinter Spirit Trap, denn auch der ganze Rest wirkt dilettantisch zusammen geschustert und für die schnelle Mark am noch schnelleren (Video-) Markt konzipiert.
Der Rezensent ist wirklich ein Freund von kleinen – und großen – Horrorshockern. Doch einen solchen GAU gab es selten zu betaunen. Ähnlich dem katastrophalen St. Francisville Experiment, findet sich eine Gruppe in einem unheimlichen Haus wieder. Im Falle von Spirit Trap sind es Studenten, die von einer Mitwohnzentrale in eine leerstehende Villa verfrachtet werden (es stellt sich später heraus, dass diese Mitwohnzentrale gar nicht existiert, dies scheint aber niemanden zu beunruhigen). Natürlich trägt jeder der fünf Studis ein fürchterbares Geheimnis mit sich, dass irgendwann zum Vorschein kommt. Auch sind die Charaktere alles andere als Durchschnittstypen, sondern gibt es da den arroganten Drogie, der mit seiner hochnäsigen Freundin furchtbar peinliche Pseudo-S/M-Bondage-Sexspielchen praktiziert, die mysteriöse Undurchschaubare, die mehr weiß, als sie zugibt, das Mauerblümchen mit dem Kindheitstrauma und dernaufrechten Retter. Da man logischerweise weder Telefon noch Handynetz hat, ist der kleine Trupp auf sich selbst zurückgeworfen. Und erstaunlicherweise ist Spirit Trap insoweit unterhaltsam, dass man immer hofft, es möge nun bald mal losgehen. Das tut es dann auch endlich im letzten Drittel (Dialogzitat: „Irgendwas stimmt mit der Spannung nicht.“). Und da hat das Malen-nach-Zahlen-Drehbuch den riesen Coup gelandet: Jeglicher Grusel — beziehungsweise Horror – wird entweder herbei geredet oder per holpriger Rückblende beschworen. Mit hobbypsychologischem Geschwätz und Dialogen, die aus der Daily Soap stammen könnten, nimmt man sich zudem jegliche Glaubwürdigkeit. Und die ist für einen Genrefilm nun mal lebenswichtig. Noch ein Zitat gefällig? „Ich brauch‘ deine blöde Phantasie nicht. Was ich brauche sind meine Drogen.“ Sag das bitte einmal jemand den drei Autoren.

Mit plumper Kameraführung, schlappen false scares und einem hundsmiserablem Schnitt wird dann auch das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht und man wünscht sich den halben Produktionsstab zurück auf die Filmakademie. Einzig die SteadyCam-Arbeit (auf die in den Extras gesondert eingegangen wird) sticht heraus. Der Kommentar eines Bauarbeiters, der knapp einem vom Dach rutschenden Ziegel ausweichen kann, sagt eine Menge über die Qualität von Spirit Trap: „Verfluchte Todesfalle.“ Verdammt aber auch.

Spirit Trap

Regisseur David Smith und seine Autoren Phil O’Shea, Rohan Candappa und Paul Finch bekleckern sich mit diesem rasch runtergekurbelten Gruselfilmchen wahrlich nicht mit Ruhm.
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