Spiel der Träume - Die wahre Geschichte vom falschen Team

Spiel der Träume - Die wahre Geschichte vom falschen Team

Eine Filmkritik von Paul Collmar

Unglaublich, aber wahr

Schon der Titel deutet es an: So unwahrscheinlich die Story von Spiel der Träume – Die wahre Geschichte vom falschen Team auch sein mag, sie hat sich tatsächlich ereignet und ging im September des Jahres 2004 durch alle Medien. Was war geschehen? Die als Gast in Bayern weilende Handball-Nationalmannschaft Sri Lankas verschwand laut Zeitungsberichten (u.a. war dies auch dem Spiegel eine Meldung wert) aus ihrem Quartier in Wittislingen am Rande der Schwäbischen Alb und hinterließ lediglich einen Brief auf Englisch, in dem die vorgeblichen Nationalspieler erklärten, in Richtung Frankreich aufgebrochen zu sein. Eigentlich sollte der beschauliche Ort der Startpunkt einer dreiwöchigen Tour durch Bayern inklusive verschiedener Spiele sein. Erste Zweifel kamen den Gastgebern aus Deutschland, als man das quasi nicht vorhandene sportliche Niveau der Truppe aus Asien bemerkte; bei einem ersten Turnier mit Mannschaften aus den unteren Ligen verloren die Handballer aus Sri Lanka jede Partie haushoch. Nachfragen beim Sportministerium des Landes brachten zumindest etwas Licht ins Dunkel: Sri Lanka besitze gar keine Handball-Nationalmannschaft. Und überhaupt sei die Sportart nicht gerade weit verbreitet. Spätestens da dämmerte es den Beteiligten, dass sie einer wahren Köpenickade aufgesessen waren.
Obwohl die beiden schon alles probiert haben – Stanley (Dharmapriya Dias) und Manoj (Gihan de Chickera) will es einfach nicht gelingen, an ein Visum für die Reise in den goldenen Westen zu gelangen. Bis der Obstverkäufer und der Barmann per Zufall auf eine Einladung zu einem Handballturnier in Bayern stoßen. Zwar haben die beiden Slumbewohner keine Ahnung, was es mit diesem seltsamen Spiel auf sich hat, doch Bayern klingt gut. Und so rekrutieren sie in Windeseile eine „Mannschaft“, die von dem selben Traum angetrieben wird – endlich einen Ausweg aus den Elendsvierteln von Colombo zu finden und sich ein neues, besseres Leben aufzubauen. Mit viel Witz und charmanter Hinterlist gelingt es dann endlich, die begehrte Einladung zu erhaschen. Doch schon das erste Spiel endet in einem Fiasko für das „Nationalteam“ und erweckt das Misstrauen der bayrischen Gastgeber.

Ähnlich wie bereits vor etlichen Jahren Cool Runnings, so besticht auch Spiel der Träume durch den lustvoll zelebrierten sportlichen „Clash of cultures“. Während der Film über das Bobteam aus Jamaica vor allem ein reiner Unterhaltungsfilm war, geben sich der Regisseur Uberto Pasolini (der trotz seines klingenden Namens nicht mit Pier Paolo, dafür aber mit Luchino Visconti verwandt ist) und seine aus Sri Lanka stammende Drehbuchautorin Ruwanthie de Chickera viel Mühe, die bedrückenden Lebensumstände der Akteure zu verdeutlichen und klarzumachen, warum sie ihr Heil im Westen suchen.

Gelungen ist dabei, dass der Film trotz allen geschilderten Elends niemals zum rührseligen Betroffenheitskino gerät, sondern zumindest im ersten Teil der Geschichte seinen leichten Tonfall beibehält. Leider ändert sich das aber deutlich in dem Teil der Story, die in Deutschland spielt. Hier wird kaum ein Klischee ausgelassen, um den Unterschied zwischen dem kühlen Gastland und der Warmherzigkeit der Männer aus Sri Lanka zu betonen. Überdies sind die Handballspiele, bei denen die Spieler urplötzlich doch noch so etwas wie sportlichen Ehrgeiz entwickeln, wenig mitreißend in Szene gesetzt und vermögen es kaum, Fans dieser Sportart mehr als nur ein müdes Lächeln zu entlocken. Und so lässt der Film am Ende genau jenen Charme vermissen, der ihn anfangs auszeichnete.

Spiel der Träume - Die wahre Geschichte vom falschen Team

Schon der Titel deutet es an: So unwahrscheinlich die Story von Spiel der Träume – Die wahre Geschichte vom falschen Team auch sein mag, sie hat sich tatsächlich ereignet und ging im September des Jahres 2004 durch alle Medien. Was war geschehen?
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