Sleepwalker - Der Schlafwandler

Sleepwalker - Der Schlafwandler

Halte die Augen auf

Ein Stoff aus dem im wahrsten Sinne des Wortes Alpträume gemacht werden: Ein von Schlafstörungen geplagter Familienvater wacht eines Morgens im blutgetränkten Ehebett auf, Frau und Kinder sind verschwunden. Ist es möglich, dass er seine Familie während des Schlafwandelns ausgelöscht hat?
Der berühmteste Schlafwandler der Filmgeschichte ist der meuchelnde Somnambule aus Robert Wienes expressionistischen Stummfilmklassiker Das Cabinet des Dr. Caligari. Jetzt bekommt er akute Konkurrenz: Als der erfolgreiche Architekt Ulrik (Ralph Carlsson) eines Morgens aus unruhigen Träumen erwacht, ist sein Ehebett blutverschmiert und seine Frau Monika (Ewa Carlsson) samt den beiden Kinder spurlos verschwunden. Obwohl Inspektor Levin (Anders Palm), zunächst einen Einbrecher verdächtigt, den Rest der Familie entführt zu haben, findet Ulrik immer mehr Hinweise dafür, dass er selbst in der fraglichen Nacht noch unterwegs war; schmutzige Stiefel und die Kilometeranzeige seines Autos sprechen eine fatale Sprache. Da er sich jedoch an nichts mehr erinnern kann, erscheint Schlafwandeln als die einzige sinnvolle Lösung für sein Problem: Der Traumwandler hat am Abend zuvor seine Schlaftabletten mit einem Glas Rotwein heruntergespült, eine eher ungesunde Mischung. Um sich selbst auf die Spur zu kommen, bindet sich Ulrik in der kommenden Nacht eine Digitalkamera mit Nachtsichtfunktion auf die Schulter, um am morgen danach eine böse Überraschung zu erleben…

Ein erstaunlicher Thriller, den Johan Runeborg da in Szene gesetzt hat; er verzichtet auf Effekthaschereien jeglicher Art vollständig. Das Drehbuch von Johan Brännström konzentriert sich fast vollständig auf die Hauptperson, die unbedingt herausbekommen will, ob Frau und Kinder durch seine Hand getötet wurden. Das Skript legt eine solche Vorgehensweise nahe, da Schlafwandler unter bestimmten Bedingungen – ohne hinterher davon noch zu wissen – in der Lage zu sein scheinen, auch gefährliche Dinge zu tun. Zumindest hegt Hansson selbst diesen Verdacht. Das Spielfilmdebüt des mehrfach ausgezeichneten Kurzfilmregisseurs Johannes Runeborg begibt sich in diese Tiefen des Unbewussten; und hier ist alles offen.

Fazit: ein stiller, bösartiger Psychotrip, der durch gewohnte kafkaesk-skandinavische Schnörkellosigkeit und das Fehlen übertriebener Musikeffekte und Schockmomente umso beängstigender und realistischer wirkt. Das Verwirrspiel um Traum und Wirklichkeit, tatsächliche oder eingebildete Ereignisse, falsche oder richtige Fährten verlangt dem Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit ab: Aber die Konzentration lohnt sich allemal. Flatliners-Regisseur Joel Schumacher denkt derweil über ein Remake nach.

(Jean Lüdeke)

Sleepwalker - Der Schlafwandler

Ein Stoff aus dem im wahrsten Sinne des Wortes Alpträume gemacht werden: Ein von Schlafstörungen geplagter Familienvater wacht eines Morgens im blutgetränkten Ehebett auf, Frau und Kinder sind verschwunden.
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