Sleep Dealer

Sleep Dealer

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Berlinale 2008: Panorama

Die Retrospektive der Berlinale ist dem 1983 verstorbenen spanischen Regisseur Luis Buñuel gewidmet. Nach seinem Karrierestart in Frankreich und darauf folgenden Lebensjahren in Spanien und USA ging der spanische Regisseur in den 1940er Jahren nach Mexiko. Mit rund zwanzig Filmen zählt seine mexikanische Schaffensperiode zur produktivsten. Zu den in Mexiko gedrehten Filmen, die auch auf der Berlinale laufen, zählen u.a. Los Olvidados / Die Vergessenen (1951), Él / Er (1952/53), Ensayo de un crimen / Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz (1955) und El ángel exterminador / Der Würgeengel (1962). Wer mexikanische Filme mag, ist in der Retrospektive perfekt aufgehoben. Auch das Panorama-Programm hat einen mexikanischen Beitrag zu bieten: den Fantasy-Thriller Sleep Dealer von Alex Rivera – ein wahres Kontrastprogramm zu Buñuels Klassikern. Bei dem 35-jährigen Regisseur Rivera befinden wir uns in Sleep Dealer irgendwann in der nahen Zukunft. Schauplatz ist die mexikanische Grenze zu den USA, die inzwischen völlig geschlossen ist und von unbemannten Flugzerstörern gnadenlos kontrolliert wird. Unser Held heißt Memo (Luis Fernando Peña), der mit seinen Eltern und seinem Bruder in völliger Abgeschiedenheit nahe der Grenze lebt. Die Familie hält sich mit Maisanbau gerade so über Wasser. Aber genau dieses Element fehlt ihnen auch dringend. Der Fluss, der einst die Gegend fruchtbar machte, wurde mit einem Staudamm zurückgehalten und seitdem von US-amerikanischen Unternehmen kontrolliert, die das Wasser teuer verkaufen. Aus purer Langeweile und Neugier verbringt Memo seine Freizeit damit, amerikanische Informationskanäle auszuspionieren bis er eines Tages entdeckt wird und sein Haus samt Vater von einer Drohne in die Luft geschossen wird.
Weil Schuldgefühle und Geldnot ihn plagen, verlässt er seine Familie gen Tijuana und sucht sich dort einen Job. Dort kann man am schnellsten Geld verdienen, indem man sich Dioden in den Körper setzen lässt und damit ferngesteuerte Roboter in den USA bedient. Außerdem trifft Memo die schöne Luz (Leonor Varela), die seine Geschichte an den in den USA lebenden und für Memos Tod verantwortlichen Rudy (Jacob Vargas) verkauft.

Riveras Science-Fiction-Film ist eine sehr satirische Betrachtung des amerikanischen Einwanderungsproblems. Denn aus Mexiko gesteuerte Roboter haben nicht nur den Vorteil, dass sie billig sind, sondern das die Arbeiter auf ihrer Seite der Grenze bleiben. Die Science-Fiction-Effekte, mit denen Rivera arbeitet, sehen allerdings nicht sehr gut aus, vor allem immer dann, wenn die Leinwand einem Computerspiel ähnelt. Der Film basiert auf einer ziemlich ausgefeilten Idee, nur wird er ihr leider weder inhaltlich noch stilistisch gerecht.

Sleep Dealer

Die Retrospektive der Berlinale ist dem 1983 verstorbenen spanischen Regisseur Luis Buñuel gewidmet. Nach seinem Karrierestart in Frankreich und darauf folgenden Lebensjahren in Spanien und USA ging der Regisseur in den 1940er Jahren nach Mexiko.
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Meinungen
balhblub · 02.09.2009

und für Memos Tod verantwortlichen Rudy (Jacob Vargas) verkauft. .....
der vater von memo btw

Kommentare

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