Silent Assassin

Silent Assassin

Eine Filmkritik von Martin Beck

Erst Mathe, dann Morden

Nordkorea vs. Südkorea – immer noch ein aktuelles Thema, das nach wie vor in zahlreichen Filmen thematisiert wird. Secretly Greatly, Secret Reunion, The Suspect, Joint Security Area… und eben auch Silent Assassin – eine Art Actionthriller-Version von 21 Jump Street, komplett mit Teenie-Idol, überlanger Laufzeit und einem ganz komischen Nebeneinander von harter Action und auf Unschuld getrimmter Schüler-Liebelei.
Der Hauptdarsteller in Silent Assassin ist T.O.P., ein hauptberuflicher Boyband-Herzensbrecher, der sich immerhin geschminkte Ohren verkneift und ansonsten hier völlig unbekannt ist. Seine Figur ist die eines nordkoreanischen Spions, der eine südkoreanische Highschool infiltriert und so seine gefangene Schwester freibekommen möchte. Als er auch beginnt, den gewaltsamen Tod seines Vaters zu untersuchen, ist die Lebensgefahr praktisch nicht mehr zu vermeiden.

Das Zielpublikum von Silent Assassin ist klar jünger als zum Beispiel das von The Chaser, was das kommerzielle Baukastenprinzip anscheinend unabdingbar macht. Dieser T.O.P. schlägt sich eigentlich ganz wacker, aber bleibt halt trotzdem noch ein Bubi in viel zu großen Agenten-Schuhen, die Motivationen zwirbeln echt an der Schmalztube und die Liebesgeschichte, die an der Highschool unweigerlich erblüht, lässt ebenfalls kein Klischee liegen. Ein Drehbuch als aufgespecktes Flussdiagramm, und am Ende dann, wenn sich der inhaltliche Trichter endlich auf die Schwester reduziert, steht natürlich noch ganz viel Leiden, Heulen und Zeitlupe.

Silent Assassin ist komplett vorhersehbar, inklusive einem zerdehnten Finale, ein paar patentierten Logiklöchern und unnötig wirren Doppelagenten-Enthüllungen. Formschön zurechtgestutztes Kommerzkino, schon irgendwie goutierbar, aber halt auch ganz schön langweilig und, das erstaunt dann durchaus, gar nicht mal so aufwändig, wie es die selbstverständlich geleckte Inszenierung suggerieren möchte. Man bleibt relativ auf dem Boden der Tatsachen und erreicht so ein gewisses Maß an Nüchternheit, was zumindest den Actionszenen durchaus zum Vorteil gereicht.

Diese Actionszenen sind nämlich erstaunlich heftig und erstaunlich auf den Punkt inszeniert, fast so als würde das Flussdiagramm auch irgendwo einen Bourne-Kasten einbinden. Ein richtiger Rettungsanker wird daraus zwar nicht, doch zumindest reicht es für ein triftiges Argument, sich diesen Film — den Daumen geduldig über der Vorspultaste kreisend — vielleicht doch mal zu geben. Für koreanische Mädels mag das ja alles Sinn machen, weil dieser T.O.P. die verdrängende Hirnanhangdrüse aktivieren kann, doch für unsereins, der selbst Taylor Lautner, beziehungsweise Atemlos die kalte Schulter zeigte, kommt das alles viel zu zwanglos und durchschnittlich daher.

Ein süßer Highschool-Junge, der nach dem Unterricht als nordkoreanischer Spion arbeitet. Der Fehler liegt, wie es so schön heißt, im System.

Silent Assassin

Nordkorea vs. Südkorea – immer noch ein aktuelles Thema, das nach wie vor in zahlreichen Filmen thematisiert wird. „Secretly Greatly“,“ Secret Reunion“, „The Suspect“, „Joint Security Area“… und eben auch „Silent Assassin“ – eine Art Actionthriller-Version von „21 Jump Street“, komplett mit Teenie-Idol, überlanger Laufzeit und einem ganz komischen Nebeneinander von harter Action und auf Unschuld getrimmter Schüler-Liebelei.
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