Severance

Severance

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Ein blutiger Betriebsausflug

Regisseur Christopher Smith legt mit Severance seinen zweiten Spielfilm nach dem äußerst schwachen Creep vor. Und siehe da, der Mann hat sich in der Zwischenzeit die eine oder andere Splattercomedy zu Gemüte geführt. Severance bietet nämlich im Vergleich zum Debüt neben blutiger Gewalt und massive Zwerchfellattacken.
Die Waffenfirma Palisade Defense lädt zum Mitarbeiter-Wochenende. In einem abgelegenen Wald, irgendwo im russischen Nirgendwo, soll via Gotcha die Teamfähigkeit der Mitarbeiter gefestigt werden. Doch schon auf dem Weg dorthin gibt es erste Probleme: Ein umgestürzter Baum blockiert die Strasse und der jähzornige, russische Busfahrer setzt die sechs eh schon genervten Palisade Defense-Mitarbeiter einfach aus. Zu Fuß schlägt man sich durch den Wald bis zu einer verwahrlosten Hütte durch. Angeblich ihre Unterkunft für die nächsten Tage. Die verwöhnten Städter haben zwar nichts Besseres zu tun, als die ganze Zeit zu meckern, doch rauft man sich schließlich zusammen. Schon in der ersten Nacht geschehen Merkwürdigkeiten: Beim Abendessen beißt Drogenfreund Steve (Danny Dyer) auf einen menschlichen Zahn („Ist das meiner?“) und in der Nacht glaubt Jill (Claudie Blakley) jemanden vor ihrem Fenster zu sehen. Am nächsten Tag wird dann doch erstmal Gotcha gespielt und da passiert es auch: Weichspüler Gordon (Andy Nyman)wird von einer Bärenfalle erwischt. Gleichzeitig entdecken Harris (Toby Stephens) und Jil im Wald ihren Bus – samt totem Fahrer! Schnell ist klar, dass in den Wäldern sadistische Killer unterwegs sind und gnadenlos Jagd auf unsere Freunde machen. Dann kann der Spaß ja beginnen.

Severance bietet zuerst einmal wirklich gute Unterhaltung. Absurde Splattergewalt (der Versuch, Gordon von der Bärenfalle zu befreien ist nicht nur unfassbar brutal, sondern ebenso komisch) wechselt sich mit simpel originellen Gags (Steves Magic Mushrooms-Trip) ab. Warum die Killer hinter den Leuten her sind, wird zwar mal kurz erörtert, doch ist das völlig nebensächlich. Hier soll unterhalten werden und das mit famoser Comic-Gewalt. Und ganz nebenbei wird das oberflächliche Verhalten geschlechtsreifer Businessmen entlarvt. Wenn zum Beispiel der unfähige Teamchef Richard (Tim McInnerny) erst einer Sexfantasie mit seiner Untergebenen Maggie (Laura Harris) erliegt, um dann in der nächsten (Traum)Einstellung Harris, der ihn ständig in Anwesenheit der anderen vorführt, absticht.

Was Severance so gut macht und von den meisten anderen Genrebeiträgen abhebt: Die Charaktere spiegeln bewusst die üblichen Klischees durch, haben jedoch genug Charme und Facetten, um das Interesse des Zuschauers für sich zu wecken. Hier wird nicht Jagd auf zehn austauschbare kleine-Negerlein gemacht. Man fiebert mit, vergleichbar mit den Protagonisten im grandiosen Shaun of the Dead.

Die Special Edition von Severance kommt im sehr schicken, geprägten Schuber. Mit Deletet Scenes, Making of, Outtakes und vielem anderen, gibt es sogar ein kleines Feature über die Nutten Olga und Nadia, die eine nicht unerhebliche Rolle im Geschehen spielen.

Severance

Und immer wieder der Wilde Osten! Anscheinend gehört es zu den ungeschriebenen Leitlinien des Horror- und Slasher-Genres, dass es im Osten Europas immer noch einer Spur härter zugeht als in der westlichen Hemisphäre.
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Meinungen
LongDongSilver · 26.02.2007

Ein sehr amüsanter, durchaus gelungener Film, der mit teilweise makabrem Humor glänzt. Vor allem Danny Dyer alias Steve macht diesen Streifen schon sehenswert, wenn er völlig verpeilt durch die ungarischen Wälder latscht. Alles in allem ein sehr witziges B-Movie, bei dem die Splattereffekte nicht überstrapaziert werden, was aber bei diesem Film kein Manko ist. In Prozent gesehen irgendwo zwischen 80 - 85 %

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