Sergio Corbucci Western Edition

Sergio Corbucci Western Edition

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Drei Kracher des Italo-Westerns

Seit den 1960er Jahren ereignete sich gleichzeitig innerhalb und jenseits des deutlich von US-amerikanischen Produktionen dominierten Western-Genres eine damals revolutionäre Entwicklung, deren Filme als Italo-Western in die Filmgeschichte eingingen. Die beiden italienischen Regisseure Sergio Leone (Für eine Handvoll Dollar / Per un pugno di dollari, 1964, Spiel mir das Lied vom Tod / C’era una volta il West, 1968) und Sergio Corbucci stellen bis heute die populärsten Repräsentanten dieser anfangs marginalisierten Stilrichtung dar, die sich längst weltweit eine begeisterte Fan-Gemeinde erobert hat und deren charakteristische Komponenten wie der grausame Anti-Held, die ausführlich zelebrierte Brutalität und die zutiefst pessimistische, musikalisch markant flankierte Grundstimmung mittlerweile zu beliebten Zitaten zahlreicher moderner Filmemacher avanciert sind – Django Unchained von Quentin Tarantino lässt grüßen.
Jener Django aber, der verkörpert von Franco Nero den Mythos einer oft zitierten und kopierten Leinwandlegende begründet hat, entstammt dem gleichnamigen Film von Sergio Corbucci (1927-1990) aus dem Jahre 1966, der mit dieser letztlich tragischen Figur sozusagen einen Prototyp des Genres eingeführt hat. Diesen Italo-Western Klassiker sowie mit Leichen pflastern seinen Weg / Il grande silenzio (1968) und Fahrt zur Hölle, ihr Halunken / Gli specialisti (1969) zwei weitere wilde Werke des Regisseurs, der später auch durch Komödien mit Adriano Celentano sowie Bud Spencer und Terence Hill in den Hauptrollen zuvorderst beim italienischen Publikum Erfolge feierte, präsentiert die Sergio Corbucci Western Edition von Arthaus. Neben Franco Nero, für den der Auftritt als zielstrebiger, unerschütterlicher Rächer einen enormen Karriereschub bedeutete, sind in diesen Filmen auch spätere Stars wie Jean-Louis Trintignant, Johnny Hallyday, Mario Adorf und Klaus Kinski zu sehen.

Angeführt von Django eröffnen die Filme dieser Edition einen so drastischen wie dynamischen Zugang zum Universum der Italo-Western, deren Faszination hier auf signifikante Weise zum Tragen kommt. Vom Leben derbe gezeichnete Männer verfolgen rücksichtslos ihre ganz persönliche Mission in einer widrigen, von Habgier und Machtgelüsten beherrschten Welt, der sie einsam und tapfer entschlossen im finalen Aufbäumen ihrer gesammelten Lebenskräfte entgegentreten. Erstaunlich ist, mit welch intensiver, zarter Romantik und gleichzeitig auch rüder Distanz hier die Begegnungen zwischen den auf ihren Kampf konzentrierten, kruden Helden und den jeweils bedeutsamen Frauenfiguren skizziert werden, die den Geschichten kontrastiv eine punktuelle, sanfte Sentimentalität beigesellen. Sergio Corbucci setzt auch in diesem Zusammenhang in wohlweislicher Dosierung auf große, extreme Emotionen, die in ihrer höchst stilisierten Form zu harmloser Identifikation einladen.

Sergio Corbucci Western Edition

Seit den 1960er Jahren ereignete sich gleichzeitig innerhalb und jenseits des deutlich von US-amerikanischen Produktionen dominierten Western-Genres eine damals revolutionäre Entwicklung, deren Filme als Italo-Western in die Filmgeschichte eingingen.
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