Schloss Gripsholm

Schloss Gripsholm

Eine Filmkritik von Mike Swain

Auf Liebespfaden in Schweden

Ein Traumpaar macht einen Traumurlaub – so könnte die erfrischend fröhliche Sommerromanze Schloss Gripsholm kurz zusammengefasst werden. Das Hauptdarstellerduo Nadja Tiller und Walter Giller galt nicht nur im deutschen Film der 60er als ein Traumpaar, auch im wirklichen Leben teilten sich die ehemalige Miss Austria und der oft knorrig wirkende Walter Giller Tisch und Ehebett. In der von Kurt Hoffmann 1963 mit leichter Hand inszenierten Urlaubromanze begibt sich das Paar auf skandinavische Liebespfade. Der Film basiert auf dem bekannten Roman von Kurt Tucholsky, den Hoffmann behutsam für die Kinoleinwand adaptierte.
Der Schriftsteller Kurt (Walter Giller) verliebt sich Hals über Kopf in die Sekretärin Billie (Nadja Tiller), die als Sekretärin bei der Norddeutschen Seifenunion arbeitet. Gemeinsam fährt das noch unverheiratete Paar in den ersten gemeinsamen Urlaub nach Schweden. Mit Hilfe ihres Dolmetschers Bengtson (Carl-Gustaf Lindstedt) kommen sie in zwei Zimmern in dem betagten Schloss Gripsholm unter und genießen gemeinsam unbeschwerte und romantische Tage in der schwedischen Seenlandschaft.

Die noch junge Liebe soll jedoch alsbald auf die Probe gestellt werden: Zunächst durch den Besuch von Kurts Freund Karlchen (Hanns Lothar), für den Bille mehr als nur Sympathie zu empfinden scheint. Und dann rückt wenig später auch noch Billies mondäne und allein stehende Freundin Lydia an (Jana Brejchová), die in Männerangelegenheiten mit allen Wassern gewaschen scheint. Doch auch Billies Verhalten gibt dem armen Kurt einige Rätsel auf, scheint sich ihn doch in gewisser Art und Weise mit ihrer besten Freundin auf die Liebesprobe stellen zu wollen.

Noch ist man sich uneins, ob Tucholskys letztes veröffentlichtes Werk autobiographische Züge trägt. Sicher ist auf jeden Fall, dass es eine ausgezeichnete Vorlage für einen auch heute noch frisch wirkenden Liebesfilm lieferte, der sich eben nicht nahtlos in die Reihe, der in den 50er und 60er Jahren so beliebten und zumeist so belanglosen deutschen Urlaubsfilme einreiht. Regisseur Kurt Hoffmann reduzierte Schloss Gripsholm aus das Wesentliche, die Liebesgeschichte, und verzichtete auf einige Handlungstränge, die von der leichten Romanze, der immer ein stiller erotischer Unterton anhaftet, nur abgelenkt hätten. Nicht nur für frisch Verliebte empfehlenswert …

Schloss Gripsholm

Ein Traumpaar macht einen Traumurlaub – so könnte die erfrischend fröhliche Sommerromanze Schloss Gripsholm kurz zusammengefasst werden.
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