SAW 3

SAW 3

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Hast Du das Leben verdient?

Vor wenigen Jahren schufen zwei absolute Nobodys die Legende von Jigsaw (Tobin Bell), jenem Irren, der Menschen entführt und sie unter extremsten Situationen dazu zwingt, sich ihrer selbst zu stellen. Sei es den Schlüssel zu einem fiesen Mordwerkzeug, das hinter ihr eigenes Auge operiert wurde, zu erlangen, oder einen überlebenswichtiger Zahlencode im Magen eines anderen Opfers.
SAW wurde mit einem Minibudget von 1,3 Millionen Dollar zum Überraschungserfolg und Mitinitiator der neuen Terrorfilm-Welle. Hostel ist nur einer der Filme, die darauf mitsurften. Und wie das so ist, muss ganz zackig eine Fortsetzung her. Doch schon bei SAW 2 sah man sich einem gewaltigen Problem gegenüber: Eine Geschichte muss her. Doch woher nehmen wenn nicht stehlen? Um rechtzeitig im Folgesommer am Start zu sein, wurde das bis dato unverkäufliche Script eines weiteren Nobodys einfach auf Jigsaw-Bedürfnisse umgeschrieben und fertig war der nächste Hit.

Nun liegt Teil 3 vor und wieder geht es um das perverse Spiel Jigsaws, der mit Gehilfin Amanda (Shawnee Smith) Menschen gefangen nimmt, sie in kranke Foltermaschinen steckt und um ihr Leben kämpfen lässt. Die Story ist nicht wirklich der Rede wert, doch es gibt einige schöne Twists & Turns, die die Fans der Serie sicher begeistern werden. Immer wieder werden Haken zum ersten SAW-Film geschlagen, immer wieder in Großaufnahmen Gliedmaßen gebrochen, Schädel geöffnet und Körper zerfetzt. Der Ekelfaktor verkommt in SAW 3 zum Selbstzweck, dass ist unbestreitbar. Allein der Prolog wird manche Zuschauer schon zum Ausschalten bewegen. Wer den übersteht, wird mit einer leidlich spannenden, jedoch unterhaltsamen Berg- und Talfahrt durch menschliche Abgründe konfrontiert, die die Macher im Hintergrund entweder als verspulte Kindsköpfe entlarvt – oder als kranke Freaks.

PS: Eine bei der Sichtung anwesende Medizinstudentin bescheinigte den Maskenbildnern übrigens eine sehr authentische Arbeit.

SAW 3

Vor wenigen Jahren schufen zwei absolute Nobodys die Legende von Jigsaw (Tobin Bell), jenem Irren, der Menschen entführt und sie unter extremsten Situationen dazu zwingt, sich ihrer selbst zu stellen.
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