Salaam Namaste – Hochzeit, Nein Danke!

Salaam Namaste – Hochzeit, Nein Danke!

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Die Zwiespältigkeiten der modernen Liebe

Es war nur eine Frage der Zeit, dass dieser Film auf DVD erscheinen würde, denn als er 2005 in Indien in die Kinos kam, wurde er rasch zum Hit des Sommers, ebenso wie seine Musik, vor allem der eingängige Titelsong „Salaam Namaste“. Auch wenn im Groben die bewährte Rezeptur für einen erfolgreichen Bollywood-Film zu Grunde lag, hat Regisseur Siddharth Anand die Geschichte doch ein wenig ungewöhnlich für das Genre gestaltet, angefangen vom Drehort Melbourne, dessen mal städtische, mal ozeanische Atmosphäre dem Film eine kosmopolitische Nuance verleiht. Auch wenn ein glückliches Ende wohl unvermeidlich ist, sind die Kämpfe des Liebespaars doch auffallend vielseitig und differenziert gestaltet, und auch wenn kulturelle Aspekte nicht unberücksichtigt bleiben, stehen doch die persönlichen Konflikte der Figuren im Vordergrund, die sich in dieser Form ebenso innerhalb einer jungen Beziehung in Kanada, Schweden oder Deutschland ereignen könnten. Auch wenn Salaam Namaste – Hochzeit, Nein Danke! / Salaam Namaste mitunter, gerade gegen Ende, zu stark in albernen Slapstick abgleitet, ist er doch insgesamt eine hochmoderne, erfrischende Komödie mit farbenprächtigen, stimmigen Choreographien und Songs, deren Texte sich so wie die Streitgespräche durchaus ernsthaft und nachdenklich stimmend mit den Themen Liebe, Identität und Lebensplanung auseinander setzen.
Die junge, wache Inderin Ambar (Preity Zinta) ist der Obhut ihrer Familie entflohen und lebt im australischen Melbourne ein unabhängiges Leben als Medizinstudentin und Radiomoderatorin beim indischen Sender „Salaam Namaste“. Als sie eines Tages Nikhil „Nick“ interviewen soll, der ebenfalls aus Indien stammt und ein kleines, aufstrebendes Restaurant besitzt, verschläft der Morgenmuffel den Termin, was die genervte Ambar zu öffentlichen Schimpftiraden auf den unzuverlässigen Sonnyboy hinreißt. Doch als die beiden sich auf einem Fest begegnen und realisieren, mit wem sie gerade flirten, schmilzt die Feindschaft rasch dahin, denn die zwei Hübschen fühlen sich unwiderstehlich voneinander angezogen. Bald darauf ziehen sie in „wilder Ehe“ als Paar zusammen, auch wenn ihnen Vorstellungen von Hochzeit zunächst noch völlig fern liegen, zumal jeder für sich seine Ziele im Leben hat, die er zu verfolgen gedenkt. Die glückliche Konstellation gerät allerdings aus dem Gleichgewicht, als Ambar unerwartet schwanger wird, denn Nick hat weder etwas für Kinder übrig noch ist er bereit, diese Verantwortung zu übernehmen, so dass für Ambar nur eine Trennung vom Geliebten in Frage kommt, da sie sich nach anfänglichen Ängsten bewusst für das Kind entscheidet. Tapfer meistert sie die anstehenden Vorbereitungen bei wachsendem Bauch allein, doch noch wohnen die beiden in der gemeinsamen Wohnung und sehen sich permanent, und eine erneute zaghafte Annäherung unter ganz anderen Bedingungen bleibt nicht aus …

Es ist nicht unbemerkt geblieben, dass es in diesem generell sehr offen und ambivalent gestalteten Film deutlicher sichtbare und intensivere Berührungen des Liebespaars untereinander gibt als dies ansonsten für Bollywood üblich ist, was nicht selten als „Verwestlichung“ der Dramaturgie ausgelegt wird. Doch welche Einflüsse der indischen Komödie, die sich ebenso wie die Gesellschaft im Laufe der Zeiten verändert, nun woher genau kommen, bedarf sicherlich einer ausführlicheren Betrachtung – dem Publikum jedenfalls gefällt es, und das wird nicht ohne Einfluss bleiben.

Salaam Namaste – Hochzeit, Nein Danke!

Es war nur eine Frage der Zeit, dass dieser Film auf DVD erscheinen würde, denn als er 2005 in Indien in die Kinos kam, wurde er rasch zum Hit des Sommers, ebenso wie seine Musik, vor allem der eingängige Titelsong „Salaam Namaste“.
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