Saint Ralph

Saint Ralph

Wunder gibt es immer wieder

Kanada im Jahre 1953: Ein Heiliger, wie der Titel des Films es andeutet, ist der 14-jährige Ralph Walker (Adam Butcher) wirklich nicht. 22-mal, so gesteht in einer Beichte, habe er in der vergangenen Woche onaniert, sehr zur Belustigung seiner im Beichtstuhl versteckten Kameraden. Auch sonst ist Ralph eher ein Außenseiter: Sein Vater ist im Krieg gefallen, die Mutter (Shauna MacDonald) ist schwer krank und fällt schließlich sogar in ein tiefes Koma, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Nun kann nur noch ein Wunder helfen, doch dafür ist allein Gott zuständig, so will es zumindest der gestrenge Schulleiter, Vater Fitzpatrick (Gordon Pinsent), wissen. Zur Strafe für zahlreiche Verstöße gegen die Disziplin an der streng katholischen Jungenschule, wegen fortgesetzter Masturbation und arglistiger Fälschung von Entschuldigungsschreiben, die angeblich aus der Feder der in Wirklichkeit längst verstorbenen Großeltern stammen, wird der aufmüpfige und unsportliche Ralph in die Geländelauf-Gruppe des sanften Rebellen Vater Hibbert (Campbell Scott) strafversetzt. Dieser war einstmals selbst ein Marathon-Crack und bringt seinen Zöglingen neben den Geheimnissen des Laufens vor allem Nietzsche bei, was freilich auf wenig Begeisterung seitens der Schulleitung stößt. Anders als der Rektor der Schule bestärkt Hibbert den Außenseiter Ralph im Glauben an sich selbst und daran, dass Wunder möglich sind. Fortan hat der Junge ein Ziel: Er will den Boston-Marathon gewinnen. Und für dieses Ziel trainiert er wie ein Besessener. Denn schließlich geht es ihm nicht nur ums Gewinnen, sondern auch um das Leben seiner Mutter.
Der Film Saint Ralph des kanadischen Regisseurs Michael McGowan ist in vielfacher Hinsicht bemerkenswert altmodisch und unmodern, ohne dass dies dem Film einen Abbruch tun würde. Die Geschichte eines Außenseiters, der schließlich durch das Austesten und Überwinden der eigenen Grenzen Wunder vollbringt, die Isolation in einem rigiden System, die heimliche Solidarität verständnisvoller Lehrer, das alles ist keineswegs neu, sondern wirkt –wenngleich nicht in dieser Kombination – wohl bekannt und bietet dementsprechend wenig wirklich Neues. Trotzdem schlägt der Film einen eigenen unverwechselbaren Ton an, der die Geschichte zwar manchmal gefährlich nahe in (seichte und pathetische) Hollywood-Gewässer führt. Auch gelegentliche Spielereien und Mätzchen wie die Kapiteleinteilung durch Heiligennamen wirken ein wenig störend. Nichtsdestotrotz kann sich das Ergebnis sehen lassen. Vor allem Adam Butcher überzeugt durch sein differenziertes Spiel, das der Figur des Ralph die nötigen Kanten und Ecken hinzufügt, um ihn als Protagonisten glaubwürdig zu machen. Kein filmisches Wunder, aber ein durchaus unterhaltsamer Film über die Macht des Glaubens an sich selbst.

Saint Ralph

Kanada im Jahre 1953: Ein Heiliger, wie der Titel des Films es andeutet, ist der 14-jährige Ralph Walker (Adam Butcher) wirklich nicht.
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Meinungen
Stefan Wagner · 13.08.2006

Film war klasse und ging ans Herz.

· 29.04.2006

der film is echt genail und gehört nach meiner meinung in jede dvd sammlung

gast · 24.01.2006

Nicht zu vergessen. Der Film ist auch irre witzig. Hat mich köstlich unterhalten.

Snacki · 02.12.2005

ganz okay, aber auch nicht mehr. wenn man klischees mag, wird man hier ganz gut bedient.
snacki

Raint Salph · 01.12.2005

Kitsch pur! Fehlen nur noch die Lichterketten im Kino.

· 27.11.2005

Hat mich wirklich zu Tränen gerührt. Ein schönes halbmodernes Märchen, wenn auch immer mit einer Neigung zum Kitsch.

Kommentare

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